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Der Physiker Jerome Faist erhalt den Nationalen Latsis-Preis 2002

Contributed by: The Swiss National Science Foundation

Der Nationale Latsis-Preis 2002 wird am 16. Januar 2003 im Rathaus Bern an den Physiker Jerome Faist ubergeben. Der Schweizerische Nationalfonds verleiht ihm im Auftrag der Genfer Latsis-Stiftung diesen Wissenschaftspreis, mit 100'000 Franken einer der hochstdotierten der Schweiz, fur seine herausragenden Beitrage in der Festkorperphysik.
Der Nationale Latsis-Preis ist eine der wichstigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Schweiz. Er wird jedes Jahr vom Schweizerischen Nationalfonds für die Förderung der wissenschaftlichen Forschung im Auftrag der Genfer Latsis-Stiftung verliehen. Mit dieser Auszeichnung, dotiert mit 100'000 Franken, wird jeweils eine Forscherin oder ein Forscher unter bzw. bis 40 Jahre für besondere wissenschaftliche Leistungen in der Schweiz unterstützt. Der Preisträger 2002 ist Jérôme Faist, Professor für angewandte Physik an der Universität Neuenburg, der 1994 einen neuen Laser-Typ mit-entwickelt hat. <br>Dieser sogenannte Quantenkaskaden-Laser (QCL) gilt in internationalen Fachkreisen als ausserordentlich wichtige wissenschaftliche Entdeckung. Bei diesem Laser hängt die Wellenlänge des erzeugten Strahls (eine Eigenschaft des ausgestrahlten Lichts) nämlich von der Dicke der Halbleiterschichten, aus denen der Laser besteht, ab und nicht mehr von seiner chemischen Zusammensetzung, wie bei den bisherigen Lasertypen. Die Möglichkeit, die Wellenlänge «nach Mass» beliebig zu bestimmen, indem einfach die Dicke des Materials verändert wird, bedeutet einen enormen Fortschritt, da diese Technologie sehr viel mehr Anwendungsmöglichkeiten bietet.<br>Dank dem QCL ist es nun beispielsweise möglich, die Auspuffgase aus der Distanz zu prüfen. In der Telekommunikation durchdringen die Freiluftverbindungen über Laserstrahlen ohne Verluste Nebel, Regen oder Schnee und verbessern somit die Datenübertragung. In der Medizin könnten gewisse Erkrankungen mit der Analyse der Zusammensetzung der Atemluft der Patienten diagnostiziert werden. Mit dem Latsis-Preis werden sowohl diese ersten Forschungsjahre zum Thema QCL wie auch die im Herbst 2001 in Neuenburg gelungene Entwicklung einer neuen, verbesserten Version des Lasers, die bei Raumtemperatur funktioniert, honoriert. Die Prototypen dieses Lasers funktionierten nämlich nicht über 100°C. <br>,Mit 35 Jahren zum ordentlichen Professor ernannt,Im Jahr 1998 hat Jérôme Faist, heute 40jährig, an der Universität Neuenburg die Spinoff-Firma «Alpes Lasers» mitgegründet - weltweit das einzige Unternehmen, welches Laser dieses Typs vermarktet. Ein Jahr zuvor war er, nach sechsjährigem Aufenthalt in den USA, an der selben Universität zum ordentlichen Professor ernannt wor-den. Zwischen 1989 und 1991 hat Jérôme Faist, nachdem er an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne auf dem Gebiet der Optoelektronik doktoriert hatte, als Forscher bei IBM Zürich gearbeitet. Er hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, ist Inhaber von etwa zwanzig Patenten und Verfasser von zahlreichen Publikationen, welche ihm international grosse Anerkennung verschafft haben. Jérôme Faist leitet derzeit ein Projekt im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds lancierten Nationalen Forschungsschwerpunktes «Quantenphotonik».<br>Die Preisverleihung findet am 16. Januar 2003 um 10.30 Uhr im Berner Rathaus, Rathausplatz 2, statt. Es sprechen Prof. Heidi Diggelmann, Präsidentin des SNF-Forschungsrats; Dr. Spiro Latsis von der Internationalen Latsis-Stiftung; Hans-Rudolf Ott, Vizepräsident der Abteilung Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften des SNF-Forschungsrats und Jérôme Faist, Preisträger 2002 des Nationalen Latsis-Preises.

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