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Innovation in der europäischen Pharma-Industrie

Vor kurzem wurde ein Bericht des Europäischen Systems für die Verfolgung von Innovation (EIMS) mit dem Titel "Europas Pharma-Industrie - ein Innovationsprofil" veröffentlicht. Die Abfassung dieses Berichts erfolgte für die Kommission durch Forscher des Science Policy Research ...
Vor kurzem wurde ein Bericht des Europäischen Systems für die Verfolgung von Innovation (EIMS) mit dem Titel "Europas Pharma-Industrie - ein Innovationsprofil" veröffentlicht. Die Abfassung dieses Berichts erfolgte für die Kommission durch Forscher des Science Policy Research Unit an der Universität Sussex.

Die pharmazeutische Industrie zählt zu den wettbewerbsintensivsten Industriezweigen in ganz Europa, was durch eine Reihe von Erhebungen zum Vergleich mit den Verhältnissen in den USA und Japan belegt worden ist. Die Industrie muß sich jedoch der Herausforderung von fünf Schlüsseltendenzen stellen, wenn sie weiterhin erfolgreich bleiben will. Es handelt sich um folgende: Reduzierung der Haushalte für Gesundheitspflege; steigende Kosten für F+E; Globalisierung von F+E; die wachsende Bedeutung externer Wissensquellen und der wachsende Einfluß der Biotechnologie.

Der Bericht betrachtet eine Anzahl von Maßstäben für die Innovationsleistung dieses Sektors, wie z.B. F+E-Aufwand, erteilte Patente, sowie Anzahl der Präparate im Katalog der 50 Spitzenreiter. Aus der Betrachtung dieser Kennziffern nach Land und nach Einzelunternehmen wollten die Forscher die Schlüsselfaktoren für den nachhaltigen Erfolg der europäischen Pharma-Industrie ableiten. Sie mußten jedoch feststellen, daß zwischen diesen Kennziffern nur eine beschränkte Beziehung besteht und sich die Innovationsleistung auf diesem Gebiet nur schwer bestimmen läßt.

Nach den Forschungsergebnissen zu urteilen handelt es sich bei dem wichtigsten Anbieter auf diesem Markt um die USA, die für umfangreiche Exporte und den größten Anteil an den 50 meistverkauften Präparaten zeichnet. In Europa ist Großbritannien das wichtigste Land, während die Leistung Deutschlands gesunken ist. Sowohl in Frankreich als auch in Italien lassen sich gute Leistungen im Bereich F+E erkennen, jedoch zählen keine der Produkte zu den Spitzenreitern.

Aus dem Bericht läßt sich schließen, daß der F+E-Aufwand und die Anzahl der erteilten Patente nur ungenaue Schlüsse hinsichtlich der Innovationsleistung zulassen, da ein großer Teil des F+E-Aufwands für das Nachvollziehen der Arbeiten anderer Unternehmen eingesetzt wird, und ein großer Teil der angemeldeten Patent defensiv ist. Eine Messung der Anzahl Präparate unter den Spitzenreitern liefert potentiell die zuverlässigste Aussage, jedoch besteht hier die Neigung zur Messung der früheren und nicht der gegenwärtigen Leistung. Aus dem Bericht läßt sich des weiteren schließen, daß europäische Unternehmen die Biotechnologie nur sehr langsam und ergänzend zur chemischen Forschung bei der Entwicklung von Arzneimitteln einsetzen, jedoch die meisten in dieser Richtung arbeiten, häufig in Partnerschaft mit spezialisierten amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen.

Politische Maßnahmen zur Unterstützung der Innovation in Europa sollten sich auf die Schaffung eines Umfeldes konzentrieren, daß nach Aussage der Forscher die Innovation begünstigt. Insbesondere weisen die Forscher auf die Notwendigkeit der ständigen Unterstützung der europäischen Grundforschung hin; sie fordern auch die Ermutigung von Unternehmen zur Nutzung dieser Forschung auf europäischer Ebene. Diese Maßnahmen sollten durch ein europäisches Regelwerk anstelle einzelstaatlicher Systeme sowie die Stärkung des Binnenmarkts und die Erleichterung der Beschaffung von Risikokapital ergänzt werden.


Quelle: Europäische Kommission, GD XIII

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