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Programm

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Forschungs- und Ausbildungsprogramm (Euratom) im Bereich gesteuerte thermonukleare Kernfusion, 1988-1992

Bestandteil des Rahmenprogramms zur Forschung und technologischen Entwicklung (1987-1991) unter Teilaktivität 5.2: 'Gesteuerte thermonukleare Kernfusion', das fünfte Programm auf diesem Gebiet, ist Bestandteil eines langfristigen Zusammenarbeitsprojekts, das sich auf alle Aktivitäten erstreckt, die in den Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der gesteuerten thermonuklearen Magnetfusion durchgeführt werden.

Angefangen mit dem ersten Programm auf diesem Gebiet (1976-1980) hat der Rat das Prinzip des 'Gleitprogramms' angewandt, wobei alle drei Jahre ein neues Fünfjahresprogramm eingeführt wird. Auf diese Weise überlappen die ersten beiden Jahre des neuen Programms die letzten beiden Jahre des vorigen Programms. Autorisierte Mittelzuweisungen, die durch das Programm nicht wahrgenommen werden konnten, werden in das nächste Programm übernommen.
Zur Schaffung der physikalischen und technologischen Grundlage zur ausführlichen Planung des Nächsten Europäischen Torus (NET) durch volle Ausschöpfung des Gemeinsamen Europäischen Torus (JET) und anderer Tokamaks, zur Untersuchung alternativer Einschlußsysteme wie u.a. Pinch-Anlagen und Stellaratoren mit umgekehrtem Feld und zur Ermittlung, ob die Kernfusion Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen liefern kann.
Zwei untergeordnete Kategorien:

- Allgemeines Fusionsprogramm:
Das Programm erstreckt sich auf das gesamte Gebiet der gesteuerten thermonuklearen Kernfusion, einschließlich Umweltauswirkungen, Sicherheit und wirtschaftlicher Tragbarkeit und konzentriert sich auf den magnetischen Einschluß von Plasma und und Kernfusionstechnologie sowie auf den Nächsten Europäischen Torus (NET);

- Gemeinsamer Europäischer Torus (JET):
Dabei handelt es sich um den Betrieb und die volle Ausschöpfung eines Tokamak-artigen Torus (ein hohles ringförmiges Gefäß), in dem gasförmige Brennstoffe (Deuterium und Tritium) auf Temperaturen über 100 Mio. Grad Celsius erhitzt werden, um isotopenhäufige (abundant) Fusionsreaktionen zu erzeugen.
Das Allgemeine Fusionsprogramm wird - mit Unterstützung durch den Beratenden Ausschuß des Kernfusionprogramms (CCFP) - von der Kommission umgesetzt. Diesem Ausschuß stehen wiederum zwei Unterausschüsse zur Seite: der Programmausschuß (PC) für physikalische Fragen und der Lenkungsausschuß (FTSC) für NET und Technologie.

Die Verantwortung für das JET Joint Undertaking wurde dem JET-Rat (mit Unterstützung vom Exekutivausschuß und dem JET Wissenschaftlichen Rat) und dem Direktor des Projekts JET übergeben. Über NET ist ein multilaterales Abkommen abgeschlossen worden.

Das Programm wird mit Hilfe von Assoziationsverträgen zwischen Euratom und einzelstaatlichen Organisationen und durch das JET Joint Undertaking umgesetzt. Die Mobilität der Mitarbeiter zwischen den verschiedenen europäischen Kernfusionslaboratorien der Mitgliedstaaten und den voll assoziierten Drittländern (Schweden und der Schweiz) ist durch Mobilitätsverträge sichergestellt. Europas Industrie trägt zu diesem Programm hauptsächlich durch die Lieferung von Bauteilen und Ausrüstung bei. Ihre Teilnahme erstreckt sich inzwischen jedoch auch zunehmend auf langfristige Entwicklungsverträge.

Im Laufe des dritten Jahres des Programms wird es von der Kommission im Hinblick auf seine Zielsetzung bewertet. Im Anschluß an diese Bewertung unterbreitet die Kommission dem Rat einen Revisionsvorschlag für ein neues Fünfjahresprogramm, das am 1. Januar 1991 beginnt.