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Einsatz neuer Technologien zum Schutz des kulturellen Erbes

Das kulturelle Erbe ist ein wichtiger Bestandteil der Identität, sodass dessen Schutz höchste Priorität hat. Ein EU-finanziertes Projekt trieb nun Bemühungen um den Schutz des kulturellen Erbes voran.

Gesellschaft

Finanzkrisen, Kriege, Globalisierung und auch technische Veränderungen sind Faktoren, die das kulturelle Erbe gefährden können. Fachleute auf diesem Gebiet sollten nun derzeitige Methoden weiterentwickeln, um die gemeinsame europäische Vergangenheit und Identität besser verstehen, schützen und wertschätzen zu können. Wegweisende Technologien Um den Schutz des kulturellen Erbes voranzubringen, „gründete das Projekt ATHENA ein Kompetenzzentrum für die Fernerkundung von kulturellem Erbe in der Archäologie“, erläutert Projektkoordinator Dr. Diofantos Hadjimitsis. Basis für das Zentrum war eine Partnerschaft des bestehenden Forschungslabors für Fernerkundung und Geo-Umwelt der Technischen Universität Zypern (Cyprus University of Technology, CUT) mit weltweit führenden Einrichtungen wie dem Nationalen Forschungsrat Italiens (CNR) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Über diese enge Zusammenarbeit wird ein synergistisches Netzwerk für Vernetzung, Wissenstransfer und Mitarbeiterschulungen für die CUT entstehen“, erklärt Dr. Hadjimitsis. So soll auch das Potenzial und die Zusammenarbeit zwischen leistungsschwächeren und -stärkeren Institutionen verbessert und erweitert werden, unterstützt durch Fachleute für Fernerkundungstechnologien und -anwendungen. Dr. Hadjimitsis erklärt die Bedeutung der Technologie und dass „die wissenschaftliche Fernerkundung zunehmend der Unterstützung der archäologischen Forschung und der Erforschung des kulturellen Erbes dient,” da das Instrumentarium auf Fernerkundung basiert, zerstörungsfrei und nichtinvasiv ist. Es vereinfacht verschiedenste Aktivitäten von der Suche nach verschütteten archäologischen Befunden bis hin zur Überwachung von Fundstätten, aber auch die Risikobewertung. Wichtigste Erfolge Für ATHENA steht die Archäologie per Fernerkundung im Vordergrund neuester Forschungen. So eröffnen sich enorme Möglichkeiten, wenn Daten aus der Fernerkundung mit anderen Informationen aus der herkömmlichen archäologischen Forschung kombiniert werden. „Diese Integration wurde vor allem durch geografische Informationssysteme (GIS) vorangetrieben, um kulturelles Erbe genauer erforschen und schützen zu können“, merkt Dr. Hadjimitsis an. Zudem nutzte das Projekt die derzeitige Expertise der CUT und der Fakultät für kulturelles Erbe des Eratosthenes-Forschungszentrums zum Ausbau von Personalkapazitäten und zur Ausrüstung mit Fernerkundungstechnik. Wie der Koordinator erläutert, “hat dies auch das akademische Profil der CUT-Mitarbeiter deutlich angehoben und damit neue Kooperationen gefördert.” CNR-, DLR- und CUT-Partner unterstützten sowohl den Wissenstransfer als auch Bewerbungen. Dr. Hadjimitsis zufolge „hat das Projekt eine große Lücke zwischen interdisziplinärer Forschung und Verwertungsmethoden in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen geschlossen, die Fernerkundungstechnologien einsetzen.“ Das Projekt förderte schließlich auch die öffentliche Wahrnehmung zu den Möglichkeiten der Fernerkundung auf dem Gebiet des kulturellen Erbes. Schutz und Überwachung von Stätten des Kulturerbes können nun auf staatlicher Ebene angegangen werden, unterstützt durch die am Exzellenzforschungszentrum ATHENA gewonnenen Erkenntnisse. Nächste Schritte „Als Nächstes sollen die Ergebnisse und Erfolge von ATHENA weitergeführt werden“, bestätigt Dr. Hadjimitsis. Die Partner des ATHENA-Konsortiums führen ihre Zusammenarbeit und die im Rahmen des Projekts begonnenen Forschungen fort. Zudem wurden neue Forschungsvorschläge zur Finanzierung eingereicht, für die zumeist ATHENA die Motivation geliefert hatte. Abgesehen vom Schutz des kulturellen Erbes will „ATHENA über seine Fachkräfte und die Webseite als Informationszentrum und Standardlabor auf dem Gebiet der Archäologie per Fernerkundung und des kulturellen Erbes fungieren.“ Ziel sei es, Wissenschaftlergruppen, Forscherteams und Fachleuten in verwandten Bereichen als „offene Akademie“ zu dienen, wie Dr. Hadjimitsis abschließend darlegt.

Schlüsselbegriffe

ATHENA, Archäologie, Fernerkundung, kulturelles Erbe, archäologische Forschung

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