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Cranberries könnten Darmprobleme bei Fleischessern lindern

Forscher haben jetzt in einem Ernährungsversuch herausgefunden, dass Cranberries die negativen Folgen einer ballaststoffarmen, fleischhaltigen Ernährung für die Darmgesundheit lindern können.

Gesundheit

Cranberries werden nicht ohne Grund als Superfood bezeichnet. Nachweislich reich an Ballaststoffen und mit mehr Antioxidantien als alle anderen Früchte oder Beeren werden Cranberries für ihre gesundheitsfördernde Wirkung gerühmt. Es heißt, sie stärken das Immunsystem, beugen Zahnfleischentzündungen vor, senken das schlechte Cholesterin, verbessern die Verdauung und beugen Harnwegsinfektionen vor. Doch bisher wurde ihre Wirkung auf das Darmmikrobiom – damit werden die Trillionen Mikroorganismen bezeichnet, die in unserem Darm leben – noch in keinem randomisierten kontrollierten Ernährungsversuch untersucht. Vor kurzem wurde so ein Experiment mit Teilförderung aus dem EU-Projekt TECNIOspring PLUS („ACCIÓ programme to foster mobility of researchers with a focus in applied research and technology transfer“) durchgeführt, um genau das herauszufinden. In dem Versuch hat ein Forscherteam das Verhältnis zwischen dem Mikrobiom und Cranberries untersucht, die im Rahmen einer ballaststoffarmen, fleischhaltigen Ernährung konsumiert wurden. Sie haben herausgefunden, dass Cranberries die negativen Folgen einer solchen Ernährungsweise auf den Verdauungstrakt abschwächen. Der Versuch und seine Ergebnisse sind in einem Artikel in „The Journal of Nutritional Biochemistry“ nachzulesen. Ballaststoffarme, fleischhaltige Ernährung führt bekanntlich zu mehr krebserregenden Gallensäuren und vermindert die nützlichen kurzkettigen Fettsäuren, die von gutartigen Bakterien im Darm produziert werden, sodass es zu einem Ungleichgewicht im Darmmikrobiom kommt. „So ein Ungleichgewicht kann das Risiko für einige chronische Krankheiten erhöhen, wie zum Beispiel Arteriosklerose, Bluthochdruck, Nierenkrankheit oder Diabetes Typ 2“, so der Ko-Autor der Studie Dr. Oliver Chen von der amerikanischen Tufts University in einer Pressemeldung auf der Website „PR Newswire“. „Wenn wir Nahrungsmittel finden, die – wie Cranberries – zu einem gesünderen Darmmikrobiom beitragen, könnte sich das enorm auf die öffentliche Gesundheit auswirken.“ Cranberries wurden aufgrund ihres hohen Gesamtphenolgehalts, der die antioxidative Aktivität beeinflusst, für das Experiment ausgewählt. Wie Cranberrypulver im Ernährungsversuch wirkt Elf gesunde Erwachsene zwischen 25 und 54 Jahren nahmen an einem randomisierten, doppelblinden, kontrollierten überkreuzten Ernährungsversuch teil. Fünf Tage lang ernährten sich die Teilnehmer kontrolliert mit Fleisch, Milchprodukten und Einfachzuckern und nahmen zusätzlich 30 g Placebopulver am Tag zu sich. Nach einer zweiwöchigen Zwischenphase ernährten sich die Probanden dann nochmal fünf Tage kontrolliert plus pro Tag 30 g gefriergetrocknetes Pulver aus ganzen Cranberries. Vor und nach jeder Phase wurden Stuhl-, Urin- und Blutproben genommen. Die Ernährung mit Cranberries schien die potenziell negativen Veränderungen des Darmmikrobioms, die durch eine fleischhaltige Ernährung ausgelöst werden, abzumildern. Der Anstieg der krebserregenden Gallensäuren und der Rückgang der kurzkettigen Fettsäuren, die gut für den Verdauungstrakt sind, wurden dadurch gebremst. Zudem stiegen die bakteriellen Phenolsäuren und die Anthocyane im Harnsystem an. Letztere sind eine Klasse von Verbindungen, die antioxidative Wirkung haben sollen. Insgesamt deutete die Zugabe des Cranberrypulvers darauf hin, dass die Eigenschaften der Cranberry beim Erhalt der Darmgesundheit eine Rolle spielen könnten. TECNIOspring PLUS ist ein internationales, auf fünf Jahre angelegtes, Mobilitäts-Stipendiatsprogramm, das 2021 ausläuft. Hier bekommen erfahrene Forscher die Möglichkeit, in bestimmten FuE-Unternehmen und Einrichtungen auf der ganzen Welt zu forschen. Weitere Informationen: Projektwebsite von TECNIOspring PLUS

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