Alter spielt wichtige Rolle bei Krebsuntersuchungen
Die Altersgruppe wird bei Untersuchungsprogrammen kaum jemals ausdrücklich berücksichtigt und oft ziemlich willkürlich festgesetzt, spielt jedoch bei deren Erfolg und Kostenwirksamkeit eine kritische Rolle, wie eine im Journal of Medical Screening (Fachzeitschrift für medizinische Untersuchungen) veröffentlichte Forschungsarbeit behauptet. Die Arbeit ergab eine neue, einfache Lösung, auf die man Untersuchungskriterien in Zukunft stützen könnte. Das Forschungsteam beurteilte die kumulative Anzahl von Lebensjahren, die durch verschiedene Krebsarten in verschiedenen Altersgruppen verloren gehen. Dabei bediente man sich nationaler statistischer Aufzeichnungen über die Todesursache, um die Altersklassen zu bestimmen, in denen der Verlust am häufigsten auftritt sowie zur Festsetzung von Prioritäten bei der Untersuchung. Aus den Ergebnissen ging hervor, daß Untersuchungen am meisten zur Lebenserhaltung beitragen, wenn sie ca. fünf Jahre vor Erreichen dieses kritischen Höhepunkts durchgeführt werden. Der Höhepunkt für Brustkrebs liegt zur Zeit beispielsweise zwischen 55 und 59 Jahren (ein jährlicher Verlust von 189 Lebensjahren pro 10.000 Frauen). Das läßt sich mit 50-54 für Gebärmutterkrebs (Verlust von 47 Lebensjahren) vergleichen. Die Forschung zeigte weiterhin, daß eine Erweiterung der Brustkrebsuntersuchung auf Frauen im Alter bis zu 74 Jahren wirksamer wäre als die Durchführung von Gebärmutteruntersuchungen in beliebigen Altersklassen. Ferner wurde dargelegt, daß die derzeitige Politik im Bereich Gebärmutteruntersuchungen bis auf ein Alter von 69 erweitert werden sollte, da bei Frauen in den Siebzigern mehr Todesfälle infolge Gebärmutterkrebs zu verzeichnen sind als bei Frauen unter 30, die zur Zeit Untersuchungen unterzogen werden. L Die Autoren kamen zu dem Schluß, daß die Untersuchung auf Brust- und Gebärmutterkrebs die größten Vorteile bietet und daß Prostata-Untersuchungen dann nützlich wären, wenn Tests ergeben, daß sich dadurch die Anzahl der Todesfälle reduzieren ließe. "Ein bedeutender Vorteil des Ansatzes auf Basis des Verlusts an Lebensjahren bestünde darin, daß er die geringere Lebenserwartung im hohen Alter in Betracht zieht. Da dieser Ansatz sich so einfach ausnimmt, läßt sich seine Bedeutung leicht verkennen. Die Berücksichtigung des Alters sollte den Grundstein der Untersuchungspolitik im öffentlichen Gesundheitsdienst bilden", meinen die Autoren.