Abwasserreinigung
Wasserwerke suchen nach Möglichkeiten für Klärschlammentsorgung. Die erste Kompostieranlage in industriellem Maßstab wird im Oktober in Luxemburg in Betrieb gehen und zeigen, daß sichere Entsorgung auch ökonomischen Nutzen hat. Hintergrund Die traditionellen Entsorgungsmethoden für Klärschlamm aus städtischen Abwasseraufbereitungsanlagen sind ökologisch nicht vertretbar. Auch die Verklappung im Meer wurde mittlerweile verboten, und das Vergraben auf Mülldeponien wird bis spätestens zum Jahr 2010 in allen EU-Mitgliedstaaten gesetzlich untersagt sein, in manchen Ländern sogar schon früher. Die Behörden werden mit einer Kostenexplosion konfrontiert sein. Klärschlammrecycling bietet nicht nur eine Möglichkeit, den lästigen Schlamm loszuwerden, sondern stellt auch ein Mittel dar, ihn in einen neuen Rohstoff mit kommerziellem Wert umzuwandeln. Denn: Kompostierter Klärschlamm kann als Grundlage für Dünger und Bodenverbesserungsmittel dienen, die in der Landwirtschaft oder in Raumordnungs- und Landgewinnungstechniken Anwendung finden. Beschreibung, Auswirkungen und Ergebnisse Die Kompostierung findet in Silos statt, die mit einer Membran ausgekleidet sind, über die eine speziell entworfene Mischmaschine laufen kann. Der Schlamm wird mit Laub, Baumrinde und Sand gründlich durchmischt, bei hoher Temperatur unter Saugentlüftung kompostiert und im Anschluß gelagert. Innerhalb von 12 bis 16 Wochen entsteht ein hygienischer, geruchloser Kompost. Der Bau der Kompostieranlage im industriellen Maßstab in Diekirch wird Anfang Juli abgeschlossen sein. Wenn sie im Oktober in Betrieb geht, wird sie jährlich zwischen 12 000 und 15 000 t Klärschlamm bearbeiten. Siden (Syndicat Intercommunal de Depollution des Eaux Residuaires du Nord), für den Soil Concept die Anlage betreibt, rechnet damit, daß sich die Anlage nach vier Jahren amortisiert hat. Soil Concept führt außerdem ein paralleles Projekt im Rahmen der flankierenden Maßnahmen durch, um die Ergebnisse der Entwicklungsarbeit an Wasserbehörden, potentielle Versorgungsunternehmen und Endbenutzer von Kompostprodukten in ganz Europa weiterzugeben. Organisation der Partnerschaft Im Laufe eines dreijährigen Innovationsprojekts hat Soil Concept Sàrl, ein kleines luxemburgisches Unternehmen, sein neues Kompostierverfahren bereits in zwei kleinen Pilotanlagen getestet. In enger Zusammenarbeit mit zwei öffentlichen Wasserwerken im Saar-Lux-Raum sowie Wissenschaftlern und Marketingexperten aus Frankreich, Belgien und Deutschland hat das Unternehmen eine Reihe von ,,Instant"-Mischungen für unterschiedliche Anwendungen entwickelt, für die es nun Märkte und Vertriebsketten errichtet.