Neuer Forschungskommissar stattet der GFS ersten Besuch ab
Philippe Busquin, der neue Forschungskommissar der EU, besuchte am 4. Oktober den Hauptstandort der kommissionseigenen Forschungslaboratorien in Ispra, Italien. Herr Busquin hat die Verantwortung für die Gemeinsame Forschungsstelle übernommen. Mit seinem ersten Besuch bei der GFS wollte er sich den Mitarbeitern vorstellen und sich gleichzeitig mit den vor Ort ausgeführten Tätigkeiten vertraut machen. Herr Busquin widmete seine Aufmerksamkeit bei seinem Besuch den beiden Hauptrichtungen der GFS-Aktivitäten, wobei beiden Richtungen die gleiche Bedeutung zukam. Dabei handelt es sich erstens um Forschungsarbeiten, die unter dem Fünften Rahmenprogramm durchgeführt werden und sowohl Arbeiten umfassen, mit denen die GFS direkt betraut wird, als auch Projekte, für die die GFS in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Forschern als Reaktion auf Aufrufe zur Vorschlagseinreichung Angebote abgibt. Der zweite wichtige Tätigkeitsbereich der GFS ist die Unterstützung der EU-Politik in Bereichen wie beispielsweise Umweltschutz und Festlegung von Normen. Die Unterstützungsarbeit der GFS deckt hier das gesamte Spektrum von der Konzeption und Entwicklung von politischen Richtlinien bis hin zur Umsetzung und Überwachung ab. Zu den auf eine Verbesserung der Lebensqualität europäischer Bürger abzielenden Einrichtungen, die von Herrn Busquin in Augenschein genommen wurden, gehören das Labor für Strukturprüfungen (ELSA - European Laboratory for Structural Assessment), das sich mit neuen Vorschriften für erdbebensichere Gebäude beschäftigt, das IDEA-Projekt, welches elektronische "Ausweise" für Vieh entwickelt, so daß der Weg der 600 Millionen Stück Nutzvieh in Europa von der Geburt bis zum Schlachthaus leicht verfolgt werden kann, sowie das Labor für biomedizinisches Material und Systeme, das biokompatible Materialien, die für Prothesen verwendet werden, untersucht und Radionuklidgeräte zur Diagnose von Krebs und neurologischen Krankheiten herstellt. Besonders interessiert war der Kommissar an der Arbeit des kürzlich gegründeten Instituts für Gesundheit und Verbraucherschutz, nicht zuletzt wegen der Dioxinkrise und der wachsenden Bedenken in der Öffentlichkeit hinsichtlich der Nahrungsmittelsicherheit in Europa. Das Institut arbeitet auch an Tests zur Qualität und Echtheit von Nahrungsmitteln. Diese sollen der Festlegung von Richtlinien im Bereich Verbraucherschutz dienen. Die Kommission wird in Kürze ein Weißbuch zur Nahrungsmittelsicherheit veröffentlichen, für das die Arbeit des Instituts ein wertvoller Beitrag sein wird. Herr Busquin war von der Art und der Qualität der Aktivitäten, die von den Mitarbeitern der GFS ausgeführt werden, beeindruckt und rief zu einer weiteren Festigung ihrer wissenschaftlichen Fachkenntnisse in den Bereichen, die die Bürger am stärksten betreffen, auf. Er unterstrich die Bedeutung der Bereitstellung von Validierungs- und Überprüfungsdiensten auf europäischer Ebene durch die GFS, die für die EU-Mitgliedstaaten bei strittigen Themen entscheidend sind. Abschließend besichtigte der Forschungskommissar die Nukleareinrichtungen der GFS, angesichts der anstehenden Diskussionen über die Stillegung von Kernkraftwerken. Dieses Thema steht auf der Tagesordnung der nächsten Zusammenkunft des Forschungsrates im Dezember. Auch die Vorschläge der EU zur Stillegung der eigenen Nukleareinrichtungen werden eifrig verfolgt werden.
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Italien