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Inhalt archiviert am 2022-12-02

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Können Eureka und die Europäische Kommission bei der Unterstützung der KMU zusammenarbeiten?

Eureka und die Europäische Kommission wollen im Anschluß an ihre Gespräche im Rahmen des Treffens der hochrangigen Eureka-Gruppe am 21. Oktober in Stuttgart ihre Zusammenarbeit zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) intensivieren. Die Veranstaltung diente de...

Eureka und die Europäische Kommission wollen im Anschluß an ihre Gespräche im Rahmen des Treffens der hochrangigen Eureka-Gruppe am 21. Oktober in Stuttgart ihre Zusammenarbeit zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) intensivieren. Die Veranstaltung diente der Förderung der Zusammenarbeit zwischen der Industrie in ganz Europa und beschäftigte sich damit, wie Eureka die KMU am besten unterstützen kann. In Europa steht mehr und mehr außer Frage, daß die Innovationskapazitäten der KMU ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sind. KMU, die auf den internationalen Markt expandieren wollen, stehen jedoch oft vor enormen Hindernissen. Aus einem Positionspapier, das Eureka vor dem Stuttgarter Treffen veröffentlichte, geht hervor, daß sie nicht nur auf dem Weltmarkt größerer Konkurrenz ausgesetzt sind, sondern oft auch zu klein sind und zu wenig Finanzkraft, Führungserfahrung und Kompetenz in internationalen Innovationsstrategien besitzen, um bestehen zu können. Eureka und die Europäische Kommission gehen davon aus, daß ihre Zusammenarbeit einen Wandel in diesem Bereich bewirken könnte. Zuerst muß jedoch der Kontakt zu den KMU hergestellt werden. Aus den Gesprächen auf dem Stuttgarter Treffen geht hervor, daß dies durch die Medien und Verbesserungen an der derzeitigen Eureka-Homepage erreicht werden könnte. Im Namen Deutschlands, das zur Zeit den Eureka-Vorsitz ausübt, erklärte Herr Karsten Brenner: "Uns ist deutlich gemacht worden, daß wir uns trotz Internet und der technologischen Entwicklungen der heutigen Zeit präsenter auf der lokalen Ebene zeigen müssen.... Eureka ist kein Netz mit lokalen Zweigstellen, daher könnten die eher traditionellen Möglichkeiten (zur Kontaktaufnahme mit KMU) über Einrichtungen wie die Industrie- und Handelskammern angeboten werden." Ein weiterer Weg zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades und der Wirkung von Eureka könnte die Zusammenarbeit mit den bestehenden FuE-Informationsnetzen der Europäischen Kommission sein: "Wir haben heute (außerdem) über die Synchronisierung und die Verbindung zwischen dem FTE-Rahmenprogramm (der EU) und Eureka gesprochen und ausdrücklich festgestellt, daß keine Rivalitäten, aber zwei unterschiedliche Systeme bestehen. Wir müssen die Kräfte bündeln, um bestimmte Herausforderungen annehmen zu können, ob im Umweltbereich, im Bereich Produktion, in der Flugzeugindustrie oder in anderen Bereichen. Eureka hat jedoch den Vorteil, daß die Probleme, die in der Organisation angesprochen werden müssen, völlig offen sind. Man legt sein eigenes Projekt fest. Eureka stellt zwar nicht sofort die Mittel, sondern nur die Kennzeichnung zur Verfügung, wobei nach unserer Meinung die Aussicht, die Kennzeichnung zu erhalten, den Zugang zu nationalen Programmen und auch zum Eureka-Programm vereinfacht und mehr privates Kapital verfügbar macht." Die Zusammenarbeit mit der Kommission müsse auf zwei Ebenen stattfinden, so Klaus Koegler von der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission: In erster Linie auf politischer Ebene, da die Europäische Union selbst Eureka-Mitglied sei, und zudem im Bereich der tatsächlichen Umsetzung der Programme. Das EU-Rahmenprogramm berücksichtige die KMU in besonderer Weise; in den vergangenen vier Jahren hätten mehr als 14.500 kleine Unternehmen daran teilgenommen. Dieser starke Anstieg sei insbesondere auf die spezifischen Maßnahmen für KMU (Sondierungsprämien und CRAFT) und die Art und Weise ihrer Umsetzung (offenes Verfahren, schnelle Reaktion, vereinfachte Bewerbungsformulare) zurückzuführen. Hier, so Herr Koegler, sei möglicherweise viel Raum für eine Zusammenarbeit. Neben der gemeinsamen Nutzung von Netzen wie beispielsweise den nationalen Kontaktstellen betraf ein weiterer Vorschlag im Rahmen des Stuttgarter Treffens die Möglichkeit, daß die Europäische Kommission Projektvorschläge, die nicht zu ihren Programmen passen, an Eureka weiterleitet, wo den Antragstellern möglicherweise Kontakte zu anderen Finanzierungsquellen vermittelt werden können. "Die Veranstaltung hat mit Sicherheit das Bewußtsein auf beiden Seiten erhöht", so Herr Koegler. "Das Treffen mit den KMU bot die Möglichkeit, uns mit den Erklärungen der Unternehmen gegenüber Eureka direkt auseinanderzusetzen, und dies sowohl hinsichtlich der Erfolge als auch der Mängel. Zudem schuf es Verbindungen im Hinblick auf eine engere Zusammenarbeit in der Zukunft, um auszuschließen, daß wir zweimal die gleiche Arbeit verrichten", erklärte Herr Koegler. Andere Bereiche mit einem großen Potential für eine Zusammenarbeit zwischen Eureka und der Europäischen Kommission seien z.B. Kampagnen zur Förderung des Bekanntheitsgrades und Workshops zur Vorbereitung eines Vorschlags, wie er anfügte. Obwohl Eureka Forschungsprojekte nicht selbst finanzieren kann, sollten die Teilnehmer diesen wichtigen Teil der Entwicklung von KMU nicht übersehen. Herr Brenner verwies hier auf die Bedeutung der Eureka-Kennzeichnung als Zulassungsmarke für FuE-Projekte, das für Wagniskapitalgeber und Banken sowie staatliche Finanzierungsstellen als Zeichen für einen ernstzunehmenden Vorschlag von seiten eines KMU dienen könnte. Damit dies Realität wird, muß Eureka jedoch sein Profil verbessern: "Erst wenn Eureka einen hohen Bekanntheitsgrad aufweist, bekommt die Eureka-Kennzeichnung einen höheren Stellenwert", sagte er. Ein weiteres wichtiges Thema des Treffens war der Wunsch Eurekas, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen KMU und der Industrie zu vereinfachen und zur Steigerung der Effizienz und der Wettbewerbsfähigkeit Europas im technologischen Bereich beizutragen. Die Verbesserung der Angebote und der Attraktivität der europäischen KMU werde vom deutschen Vorsitz mit Priorität behandelt, erklärte Herr Brenner. "Wir wollen neuere, größere strategische Projekte verwirklichen. Strategische Projekte könnten einen bedeutenden Beitrag z.B. für die Mikrotechnologie leisten oder das europäische Eisenbahnnetz vereinheitlichen, so daß es effizienter wird. Dieses Thema hat eine echte europäische Dimension, bei dem nicht nur eine Zusammenarbeit zwischen drei oder vier KMU, sondern auch gemeinsame Anstrengungen größerer Unternehmen, kleinerer Firmen und wissenschaftlicher Einrichtungen notwendig sind", meinte er. Eureka will außerdem seine Tätigkeiten auf gerade entstehende Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den mittel- und osteuropäischen Ländern ausdehnen, ein weiterer Bereich, der voraussichtlich von einer zukünftigen Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und Eureka profitieren wird. Was hielten aber die auf dem Treffen anwesenden KMU von diesen Vorschlägen? Ihre Vertreter forderten Eureka auf, die Pläne in naher Zukunft in die Realität umzusetzen. Sie verwiesen nochmals auf die Bedeutung des schnellen Handelns, was die Teilnahme an FuE-Projekten anbelangt, und drängten Eureka, die Maßnahmen in diesem Bereich zu verstärken. "Die Organisation Eureka kann KMU unterstützen, indem sie große Unternehmen als Kunden von KMU gewinnt, oder indem sie dazu beiträgt, daß kleine Unternehmen als Forschungspartner für Großunternehmen aktiv werden", so Herr Emmanuel Le Prince, der den Europäischen Verband der High-Tech-KMU (European Federation of High Tech SMEs) vertrat. Er wiederholte nochmals, was viele Vertreter von KMU auf dem Treffen sagten, nämlich daß für europäische KMU die Finanzierung ein kleineres Problem darstelle, als der Zugang zum internationalen Markt. Die KMU verwiesen darauf, daß die Finanzierung nicht unbedingt aus Zuschüssen, sondern auch aus Firmendarlehen auf Grundlage eines Risikoausgleichs stammen könnte. Von größter Wichtigkeit für die KMU ist daher die Partnersuche und der Erwerb von Fachkenntnissen sowie eine beratende Unterstützung für die Durchführung von FuE in einer internationalen Umgebung. Die Intensivierung des Dialogs mit der Industrie ist die Reaktion des deutschen Eureka-Vorsitzes auf Empfehlungen von seiten der Ministerkonferenz Anfang dieses Jahres in Istanbul. Der Eureka-Vorsitz wird von den Mitgliedstaaten turnusmäßig übernommen; Deutschland übt den Vorsitz von Juli 1999 bis Juni 2000 aus. Das Verfahren der direkten Einbeziehung der Industrie in die Leitung von Eureka wird auf den anstehenden Treffen der hochrangigen Gruppe weiterverfolgt, die sich im April 2000 in Berlin mit den Ländern Mittel- und Osteuropas und im Juni 2000 in Hannover mit strategischen Projekten beschäftigen werden.

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