Neue Möglichkeiten für KMU im Bereich Biotechnologie
Die Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission hat vor kurzem eine Studie mit dem Titel "New possibilities for accessing the capital markets for small and medium-sized enterprises" (Neue Möglichkeiten des Zugangs zu den Kapitalmärkten für kleine und mittlere Unternehmen) veröffentlicht. Die Kommission förderte diese Studie im Rahmen ihres Biotechnologie-Programms (1994-98), um die Gründe dafür herauszufinden, warum Risikokapitalgeber nur zögerlich in KMU im Bereich der Biotechnologie in Europa investieren. Sie ist bestrebt, Lösungen zu finden oder Anreize vorzuschlagen, wie man das Wachstum in diesem Sektor fördern könnte. In der Studie wird eine Reihe von Gründen angeführt, warum KMU in der Biotechnologie in Europa nur wenig finanzielle Unterstützung finden. Nach Aussage der Forscher seien beispielsweise oft hohe F&E-Investitionen erforderlich, um neue biotechnologische Prozesse oder Produkte zu entwickeln, und Unternehmer würden oft die Zeit unterschätzen, die benötigt wird, bis ein Biotechnologie-Produkt auf den Markt kommt. Dies gilt vor allem im Gesundheitsbereich, da dort strenge Testverfahren und Vorschriften zur Produktzertifizierung einzuhalten sind. Außerdem sind Investitionen in KMU in der Biotechnologie, die oft von nur einem oder zwei erfolgreichen Produkten abhängen, auch risikoreich für Unternehmer. Dies sind nur einige der in dem Bericht genannten Hindernisse, mit denen KMU konfrontiert werden. Der Bericht erläutert ausführlich die Rolle der europäischen Aktienmärkte auf diesem Gebiet und wie Veränderungen in den Finanzsystemen der Mitgliedstaaten die Unterstützung für Biotech-KMU beeinflußt haben. Die Forscher stellen ihre Erkenntnisse über das Verhalten von Investoren bei Biotech-Aktien vor und erklären die Organisation und das Management des Börsengangs von Biotech-KMU. Sie erläutern auch die Kriterien von Biotechnologie-Unternehmen für die Auswahl von Beratern und die Kosten des Börsengangs.