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Political Violence Legitimization in Ireland and Cyprus

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Politische Gewaltausübung, öffentliche Erinnerung und Staatenbildung

Europäische Forscher untersuchten zwei bestimmte Zeitperioden in der zyprischen und irischen Geschichte, um die Art und Weise zu vergleichen, auf die politische Gewaltausübung in den einzelnen Fällen legitimiert wurde. Aufstände gegen den Staat gab es in Irland zwischen 1916 und 1919 und in Zypern zwischen 1955 und 1969.

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Das Projekt "Political violence legitimization in Ireland and Cyprus" (POLITICAL VIOLENCE) untersuchte Hinweise aus den historischen Aufzeichnungen beider Inseln. Gleichzeitig befasste sich die Forschung mit den Zeiträumen nach Ende der Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich. Hierbei konzentrierte man sich auf die öffentliche Erinnerung an die Aufstände und die Art, wie sie sich mit den Konsolidierungsprozessen des neu entstehenden Staates verband.Es wurden sowohl Sekundärmaterialien als auch Archivquellen aus den beiden Gebieten untersucht. Die Studie beinhaltete des Weiteren über 30 umfassende Interviews mit zyprischen Teilnehmern und Zuschauern der Ereignisse, die sich dort während des vierjährigen Zeitraums ereigneten.Die Erkenntnisse weisen darauf hin, dass eine Legitimierung politischer Gewaltausübung situationsbezogen ist. Sie ist das Ergebnis vieler parallel verlaufender Prozesse, die Darstellungen von Gewalt und kollektiver Verpflichtungen integrieren. Obwohl es einige Unterschiede zwischen den beiden Ländern Zypern und Irland gibt, sind Ähnlichkeit in der Form erkennbar.Beispielsweise beinhaltete der Diskurs im Zusammenhang mit Zypern weitaus mehr Publikum als der Irlands. Der nationalistische Aufstand in Zypern und die Gewalt des britischen Gegenaufstands spielten im Legitimierungsdiskurs eine entscheidende Rolle. In Irland jedoch, wo sich die Gewalt hauptsächlich in der Zwischenkriegsperiode abspielte, lag der Fokus des Diskurses eher auf der Legitimität des Staates (vereinigtes Königreich) und auf dem nationalistischen Anspruch auf eine Republik.Vergleiche zeigten einen Hauptunterschied in der allgemeinen Struktur der Öffentlichkeit auf den beiden Inseln. In Zypern lebten die Sympathisanten und Gegner des Aufstandes nahe beieinander und nahe der Gewalt. In Irland jedoch entwickelte sich ein Großteil des Diskurses in relativer Ferne und spiegelte die (unterschiedlichen und fluktuierenden) Ansichten Dritter wider.POLITICAL VIOLENCE berücksichtigte zudem die entsprechenden Perioden der staatlichen Konsolidierung in Zypern und Irland. Die Forschung bestätigte Unterschiede in der Entwicklung von Konflikten zwischen denjenigen, die einen Kompromiss unterstützen und denjenigen, die ihn als Verrat betrachten. An jedem Ort spielte diese Entwicklung eine große Rolle dafür, wie das kollektive Gedächtnis aufständische Gewalt wahrnimmt, gestaltet und neu gestaltet.Derzeit wird ein Buchmanuskript zu Projektforschung und Erkenntnissen fertig gestellt. Die Ergebnisse von POLITICAL VIOLENCE bieten entscheidende Einblicke in die Geschichte zweier Staaten, die sich immer noch mit ungelösten Fragen beschäftigen. Die gewonnenen Erkenntnisse und Resultate sind sowohl für Akademiker aus der historisch-vergleichenden Soziologie als auch der vergleichenden Politik sowie politische Entscheidungsträger von Interesse. Das Buch wird zudem politische und konzeptuelle Debatten zu Gewalt und ihre Rolle in der Staatenbildung beeinflussen.

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