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Mediterranean red coral management and conservation

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Schutz der Edelkorallen im Mittelmeer

Die Edelkoralle ist überwiegend im Mittelmeer heimisch und eine der wichtigsten Arten für den Erhalt der Biodiversität in Meeresökosystemen. Das Korallenskelett aus Kalziumkarbonat wird jedoch aufgrund seiner Farbe – strahlendes Rot oder Rosa – auch als Schmuck sehr geschätzt.

Klimawandel und Umwelt

Der schwerwiegende Raubbau an der Edelkoralle (Corallium rubrum) in Folge illegaler Ernte führt zum Verlust der Korallenhabitate und der darauf basierenden Biodiversität. Die Art leidet auch unter dem weltweiten Klimawandel und gilt nun als gefährdet. Darüber hinaus kann sich die Regeneration nach Störungen aufgrund der geringen Widerstandsfähigkeit und der langsamen Rekolonisation von C. rubrum über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Erneuerungstechniken wie die Transplantation von Korallenfragmenten oder -zweigen und vollständigen Kolonien werden bei tropischen Korallen eingesetzt. In Bezug auf Korallen im Mittelmeer wurden bisher jedoch nur wenige Studien zur Erneuerung durchgeführt. Marmor wurde allerdings als äußerst geeignetes Substrat für die Korallenzucht erkannt. Das EU-finanzierte Projekt "Mediterranean red coral management and conservation" (CORGARD) hat sich zum Ziel gesetzt, Kolonien von C. rubrum unter Verwendung von Korallenanbautechniken zu erneuen. Die Forscher untersuchten zudem den Einfluss von Faktoren wie Populationsstruktur, Größe der Kolonie, Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und Wettbewerb auf die Sterblichkeit und das Wachstum von transplantierten Edelkorallen. Edelkorallenlarven, wurden auf Marmorfliesen und galvanisch-elektrischen Eisenfliesen angesiedelt, in Aquarien gezüchtet und nach einem Jahr umgesiedelt. Zudem wurden adulte Kolonien aus der Natur eingesammelt und in Gebieten wieder angesiedelt, in denen die lokale Population durch illegale Ernte dezimiert wurde. Die umgesiedelten Kolonien wurden überwacht, um die Überlebens- und Nachwuchsraten zu bestimmen. Korallenfragmente, die aus illegalen Ernten beschlagnahmt wurden, wurden ebenfalls umgesiedelt und genau überwacht. Die von CORGARD entwickelten Techniken wurden auf andere am Meeresboden lebende Suspensionsfresser, darunter Eucinella-Arten und Kaltwasserkorallen, angewendet. Eine Langzeitstudie zu den Auswirkungen der Versauerung der Meere auf C. rubrum wurde ebenfalls ausgeführt. Zusätzlich wurde eine sozioökonomische Untersuchung zum wirtschaftlichen Wert einer Alternative zur Edelkoralle für die Schmuckherstellung ins Leben gerufen. Die Ergebnisse von CORGARD werden dabei helfen, den Rückgang der Edelkoralle aufzuhalten. Die Erkenntnisse können genutzt werden, um das Ergebnis zukünftiger Umsiedlungen vorherzusagen und somit Methoden zur Erneuerung der zerstörten Edelkorallenpopulationen bereitzustellen. Die Bestimmung günstigerer und nachhaltiger Alternativen kann zu einem Ende der illegalen Ernte der Edelkoralle und dem Schutz der Meeresökosysteme beitragen.

Schlüsselbegriffe

Edelkoralle, Mittelmeer, Biodiversität, Meeresökosystem, Corallium rubrum, illegale Ernte, Korallenhabitat, Klimawandel, Korallenanbau, Versauerung der Meere, Schmuckherstellung

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