Frauen, Wirtschaft und Biotechnologie
Frauen können im Biotechnologiesektor als Unternehmerin und als Mutter erfolgreich sein, doch es sind noch weitere Anstrengungen erforderlich, so die Schlussfolgerung einer von Europabio organisierten Konferenz im Europäischen Parlament über "Unternehmerinnen im Biotechnologiesektor" vom 20. September. Aufgrund der immer noch vorhandenen sexistischen Einstellungen und Informationen ist es für Frauen schwieriger, in der Wissenschaft Fuß zu fassen, so das Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) Eryl McNally (Mitglied des Ausschusses für die Rechte der Frau und Chancengleichheit), die dem Expertengremium der Veranstaltung angehörte. Das Gremium schloss zudem vier erfolgreiche Unternehmerinnen aus dem Biotechnologiesektor sowie weitere Vertreter des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und der französischen Regierung (als Vertretung der französischen Präsidentschaft der Europäischen Union) ein. Die ausgebildete Mikrobiologin Geraldine Schofield, eine der vier geladenen Rednerinnen, die für den britisch-niederländischen multinationalen Konzern Unilever tätig ist, bestätigte die Bedenken hinsichtlich des Zugangs zur entsprechenden Ausbildung: "Mein größtes Problem war es, die erste Sprosse auf der Karriereleiter zu erklimmen - als ich mich für einen Doktorandenposten bewarb, fragte man mich, ob ich ganze drei Jahre zur Verfügung stehen werde." Nicole Dewandre vertrat die Europäische Kommission in ihrer Funktion als Leiterin des Bereichs "Frauen in der Wissenschaft" der GD Forschung und bestätigte ebenfalls gewisse Schwierigkeiten. Sie forderte jedoch auch, dass Frauen in der Wissenschaft eine aktivere Rolle übernehmen müssen. Dies würde von der Kommission aktiv im Rahmen ihrer Kampagne "Frauen in der Wissenschaft" unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) gefördert. Es seien jedoch noch einige Probleme zu überwinden. Als Beispiel führte sie die niedrige Repräsentation der Frauen in Bewertungsausschüssen an, die für die Analyse des Fortschritts der RP5-Programme zuständig sind. Das Ziel sei ein Frauenanteil in diesen Ausschüssen von 40 Prozent, jedoch seien bisher lediglich 25 Prozent erreicht worden. Hauptgrund dafür sei, dass sich nicht genügend Frauen für diese Funktion bewerben. Im Bereich Biotechnologie haben verschiedene überwiegend von Frauen vertretene Einstellungen Fortschritte verhindert. Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass es sich bei 70 Prozent derjenigen, die genetisch veränderte Organismen ablehnen, um Frauen handelt. Die vier geladenen Rednerinnen sind jedoch Beweis dafür, dass eine erfolgreiche Karriere möglich ist, und insbesondere Frau Schofield ist optimistisch, was den Fortschritt im Bereich Frauen und Wissenschaft angeht. "Vor 13 Jahren habe ich mit 1000 Forschern zusammengearbeitet, unter denen keine einzige Forschungsmanagerin zu finden war. Heute sind jedoch mehr Frauen in der Wissenschaft vertreten, die alle als Vorbilder agieren", sagte sie.
Länder
Frankreich