Kommission ergreift Maßnahmen gegen Verlust der biologischen Vielfalt
Die Europäische Kommission hat eine Reihe von Aktionsplänen zur Einbeziehung des Schutzes der biologischen Vielfalt in die Landwirtschafts-, Fischerei-, Umwelt-, Entwicklungs- und Kooperationspolitik der EU verabschiedet. "Eine große biologische Vielfalt ist wichtig, damit unserer Gesellschaft die von ihr benötigten Grundstoffe zur Verfügung stehen", so die Kommission. "Sie bildet die Voraussetzung für eine langfristig nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei und die Grundlage für viele industrielle Verfahren und die Herstellung neuer Arzneimittel." Ziel der konkreten Maßnahmen ist es, dem in Europa und in allen anderen Teilen der Welt festgestellten Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken. "In den letzten Jahrzehnten hat sich trotz der Anstrengungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten der Rückgang der biologischen Vielfalt in Europa dramatisch beschleunigt", so die Kommission. Beispielsweise sind nach Aussage der Kommission rund 60 Prozent der Feuchtgebiete infolge der Intensivierung der Landwirtschaft verloren gegangen. Überdies sind mittlerweile 64 der in Europa heimischen Pflanzenarten und rund 45 Prozent der in Europa heimischen Schmetterlingsarten ausgestorben, während etwa 38 Prozent der Vogelarten sowie schätzungsweise fünf Prozent aller Weichtierarten vom Aussterben bedroht sind. "Eine traditionelle Naturschutzpolitik genügt nicht, um die biologische Vielfalt auf der Welt zu erhalten", erklärt die Kommission bei ihrer Präsentation der Aktionspläne zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen. Die Pläne sind auf die 1998 angenommene Strategie der Europäischen Gemeinschaft zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zurückzuführen, in der sich die Kommission verpflichtete, konkrete Schritte zur Verwirklichung dieser strategischen Ziele und zur Umsetzung des 1992 in Rio geschlossenen Übereinkommens über biologische Vielfalt vorzuschlagen. Die für Umweltfragen zuständige Kommissarin Margot Wallström sagte, dass die Aktionspläne der Kommission den Weg zu einer Übereinkunft über eine Strategie der nachhaltigen Entwicklung auf dem Europäischen Rat von Göteborg im Juni ebneten. "Ein Verlust an biologischer Vielfalt bedeutet einen Verlust an wirtschaftlichen Möglichkeiten, auch für Bauern und Fischer", so Franz Fischler, Kommissar für Landwirtschaft und Fischerei. Der für Entwicklung und humanitäre Hilfe zuständige Kommissar Poul Nielsen fügte hinzu: "Der Großteil der biologischen Vielfalt auf der Erde befindet sich in den Entwicklungsländern. Die Zerstörung dieser Vielfalt vermindert gerade in diesen Ländern die Entwicklungschancen künftiger Generationen und beeinträchtigt die Fähigkeit der Ökosysteme, sich an Veränderungen anzupassen."