Eurostat-Erhebung belegt Patentpotenzial Europas
Eine neue Eurostat-Erhebung zeigt, dass in Deutschland, der Île de France und Portugal zwischen 1990 und 1999 hervorragende Fortschritte in verschiedenen Patentbereichen festzustellen waren. Deutschland hat in der Europäischen Union die höchste Zahl an Patenten insgesamt und pro Kopf. Über 43 Prozent aller 1999 eingereichten Gemeinschaftspatente stammten aus Deutschland. Auch entfallen in Deutschland 493 Patente auf eine Million Bürger, der größte Gesamtwert, womit Schweden (478) und Finnland (455) auf den zweiten beziehungsweise dritten Platz verwiesen werden. Die niedrigsten Werte wiesen Spanien (42), Griechenland (15) und Portugal (6) auf. Portugal führt jedoch die Liste der Länder an, in denen im Zeitraum von 1990 bis 1998 der stärkste Anstieg von Patentanmeldungen zu verzeichnen war, mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg um über 20 Prozent, gefolgt von Spanien (über 14 Prozent) und Finnland (13 Prozent). Die geringsten Werte des durchschnittlichen jährlichen Anstiegs innerhalb dieses Zeitraums wurden in Großbritannien (3 Prozent), Frankreich (3,7 Prozent), Italien und Deutschland (5 Prozent) ermittelt. Die europäische Region mit den meisten Patenten im Jahre 1999 war die Île de France, aus der 2.813 Patente eingereicht wurden, auf dem zweiten Platz landete die deutsche Region Oberbayern mit 2.538 Anmeldungen. Aus Oberbayern wurden allerdings die meisten Patente aus dem Hightech-Bereich eingereicht, und zwar 825 gegenüber 630 aus der Île de France. Insgesamt sind die Patentanmeldungen aus den 15 EU-Staaten im Zeitraum von 1990 bis 1999 um 40 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Zunahme im Vorjahresvergleich betrug 5,3 Prozent, während der Vergleichswert für die USA bei 5,6 Prozent lag, in Japan allerdings nur bei 1,8 Prozent. Die Daten der Erhebung stammen aus Anmeldungen beim Europäischen Patentamt in München, es ist also zu erwarten, dass mehr europäischen Patentanmeldungen eingegangen sein könnten.