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Busquin: Ethik-Debatte wichtig für die Schaffung des EFR

Wenn seine Vision von einem Europäischen Forschungsraum (EFR) erfüllt werden soll, so müsse man sich um die zunehmende Besorgtheit der Öffentlichkeit über die ethischen Konsequenzen der wissenschaftlichen Forschung kümmern, so die Aussage von Forschungskommissar Busquin bei ei...

Wenn seine Vision von einem Europäischen Forschungsraum (EFR) erfüllt werden soll, so müsse man sich um die zunehmende Besorgtheit der Öffentlichkeit über die ethischen Konsequenzen der wissenschaftlichen Forschung kümmern, so die Aussage von Forschungskommissar Busquin bei einer Konferenz über Ethik und biomedizinische Forschung am 11. Juni in Umeå, Schweden. Es müsse eine europäische ethische Agenda definiert werden, wenn Europa seine grundlegenden ethischen Werte weltweit bekannt machen wolle, erläuterte der Kommissar und fügte hinzu, dass hierfür Maßnahmen notwendig seien. "Der zunehmenden öffentlichen Besorgtheit über den wissenschaftlichen Fortschritt kann nur mit einer rationalen Analyse des Nutzens und der Risiken des neuen Wissens und der neuen Technologie begegnet werden, und durch eine offene und strukturierte Debatte über die wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und ethischen Dimensionen. Wissenschaftler müssen aus ihren Labors herauskommen und aktiv an diesem öffentlichen Dialog teilnehmen. Wissenschaft ist eine gesellschaftliche Realität. Sie existiert in der und für die Gesellschaft", sagte er. Busquin bemerkte, dass die Kommission dieses Thema bereits aufgegriffen habe, und zwar durch die Einrichtung der Beratergruppe für ethische Fragen im Jahr 1991 und durch die erst kürzlich erfolgte Erweiterung ihres Mandats. Er wies darauf hin, dass die Kommission seit 1995 etwa 25 Millionen Euro für die Ethikforschung ausgegeben hat, und meinte: "Die Kommission ist wahrscheinlich das einzige Organ, dass die Ethikforschung in der Vergangenheit auf internationaler Ebene unterstützt hat". Der Kommissar machte jedoch deutlich, dass noch viel getan werden müsse, und stellte sechs Bereiche heraus, in denen es notwendig sei zu handeln: - Präzisierung von und Einigung auf gemeinsame ethische Grundsätze für die Forschung in Europa - Diskussionen über ethische Grundsätze und Leitlinien, die Teil einer breiten öffentlichen Diskussion sind. "Eine demokratische Debatte über Bioethik erfordert ein besseres Verständnis der Öffentlichkeit von den Biowissenschaften und einen umfassenderen Dialog mit ihren Hauptakteuren, den Wissenschaftlern", so Busquin. - Förderung und Koordination einer multidisziplinären Untersuchung der Ethik der in Europa durchgeführten Wissenschaft. "Grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Ethikforschung führt zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und Achtung der ethischen und kulturellen Unterschiede in Europa und trägt zu einer informierten Entscheidungsfindung durch demokratisch gewählte Vertreter in Europa bei", erklärte der Kommissar. - Schaffung von mehr strukturellen Verbindungen zwischen Ethikausschüssen auf nationaler und europäischer Ebene - Zusammenführung der Gesetzesinitiativen des Europarats und der Europäischen Union - Bezüglich der Zukunft dieses letzten Handlungsbereichs gab Busquin bekannt, dass die Kommission derzeit eine strategische Vision für die Biowissenschaften und Biotechnologie im nächsten Jahrzehnt entwickelt. Laut Busquin wird der Forschungsrat, der am 26. Juni zusammentrifft, die Kommission wahrscheinlich auffordern, ein Aktionsprogramm zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu entwickeln. "Ethik ins eine wichtige Dimension eines solchen Programms", sagte er.

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