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Responsible Research and Innovation in Business and Industry in the Domain of ICT for, Health, Demographic Change and Wellbeing

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Verantwortungsvolle industrie

Viele Unternehmen wollen, dass ihre Forschung und Innovation der Gesellschaft zugutekommen, aber wie stellen sie dies sicher? Das EU-Projekt „Responsible Research“ schafft einen Rahmen, der es ihnen ermöglicht, ihre Tätigkeit zu benchmarken und herauszufinden, wie sie sich verbessern können.

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Viele Unternehmen formulieren Pläne und Strategien in Bereichen wie Risikomanagement oder Geschlechtergleichstellung - diese helfen ihnen beim erfolgreichen Betrieb ihrer Geschäfte. Doch laut Professor Bernd Stahl von der De Montfort Universität „reicht dies nicht aus, um sicherzustellen, dass der Prozess und die Forschungs- und Innovationsergebnisse gesellschaftlich akzeptabel, wünschenswert und nachhaltig sind.“ Stahl nennt dies „verantwortungsvolle Forschung und Innovation“. Die war auch der Schwerpunkt seines EU-Projekts RESPONSIBLE-INDUSTRY (Responsible Research and Innovation in Business and Industry in the Domain of ICT for, Health, Demographic Change and Wellbeing), das in den vergangenen drei Jahren versucht hat zu verstehen, wie sich ein solches Denken in bestehende Businessonfrastruktur integrieren lässt. Das Projekt arbeitete intensiv mit Partnern aus der Industrie zusammen und konzentrierte sich auf Unternehmen, die Informations- und Kommunikationstechnologien für Gesundheitswesen, demografischen Wandel und Wohlergehen nutzen - ein derzeit wachsender Sektor. Solche Unternehmen entwerfen Technologien für betreutes Wohnen wie Roboter oder Kommunikationshilfen. An dem Team beteiligten sich akademische Partner in sieben EU-Ländern. Es wurden 30 Branchenexperten befragt und 15 Fokusgruppen sowie einen Workshop für über 150 Teilnehmer abgehalten. „Es wurde bald klar, dass unsere Idee, einen branchenweiten, für alle passenden Umsetzungsplan zu entwickeln, nicht funktionieren würde. Wir benötigten einen breiteren Rahmen, damit Unternehmen eigene Strategien entwickeln konnten“, erklärt Stahl. Das Konsortium RESPONSIBLE-INDUSTRY untersuchte dabei die Schwierigkeiten und Belastungen, die die Industrie daran hindern, verantwortungsvolle Forschung und Innovation in Betracht zu ziehen. „Ein viel diskutiertes Thema war die Frage nach der Motivation im Vergleich zu den Kosten“, so Stahl: „Unternehmen wollen sicher sein, dass ihre Arbeit auf verantwortungsvolle Weise erledigt wird, aber dies kann zusätzliche Ressourcen erforderlich machen, die in gewinnorientierten Organisationen gerechtfertigt werden müssen.“ Darüber hinaus gibt es einige Aspekte verantwortungsvoller Forschung und Innovation, die im Widerspruch zu den etablierten kommerziellen Prinzipien stehen, so scheint etwa die Idee eines „Open Access“ in die Interessen an geistigem Eigentum einzugreifen. Das Projekt habe einen Rahmen geschaffen, der die positiven Auswirkungen anerkennt, die verantwortungsvolle Forschung und Innovation Unternehmen bieten. Dazu gehörten die Verbesserung ihres Ansehens, die Verringerung von Geschäftsrisiken und die Stärkung des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Produktsicherheit. Unternehmen dazu zu bringen, diese Botschaften an Bord zu nehmen, bedeute, von oben anzufangen, so Stahl. „Wir haben daher ein Dokument erstellt, das sich speziell an die Top-Führungskräfte in einem Unternehmen richtet, um ihnen einen schnellen Überblick über die Werte und Vorteile zu geben. Wir haben auch kurze Fallstudien aufgenommen, die zeigen, wo diese Vorteile bei anderen Unternehmen erzielt wurden. “Teil des RESPONSIBLE-INDUSTRY-Projekts war die Erprobung dieses Rahmens an vier Unternehmen, zwei in Spanien und zwei in Finnland. Die Unternehmen wurden gebeten, darüber nachzudenken, inwiefern dieser Rahmen nützlich für sie war. „Es stellte sich heraus, dass der Nutzen darin lag, dass die Unternehmen Stellen mit Verbesserungspotenzial identifizieren konnten und in einigen Fällen hat dies auch zu einer Veränderung geführt“, bemerkt Stahl. Während Stahl der Meinung ist, dass das Projekt gute Argumente für die Vorteile von verantwortungsvoller Forschung und Innovation geliefert habe, könnten Unternehmen, die nicht über unmittelbare Gewinnziele hinausdenken, sich jedoch immer noch dagegen aussprechen. „Wenn dies von mehreren Unternehmen übernommen wird, werden Industriestandards oder andere weichere Anreize erforderlich“, fügt er hinzu, „es ist klar geworden, dass dies nicht von selbst geschehen wird. Dazu ist die Unterstützung durch öffentlich finanzierte Initiativen notwendig.“

Schlüsselbegriffe

Verantwortungsvolle Forschung und Innovation (RRI), Gesellschaftliche Auswirkungen, unternehmerische Nachhaltigkeit, soziale Unternehmensverantwortung, Unternehmensführung

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