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Sicherung von Europas Energie für die Zukunft - Stellungnahme von Experten

Die Kommission hat kürzlich ein Grünbuch über die Sicherung der Energieversorgung in Europa veröffentlicht. Darin empfiehlt sie, dass die EU ihre Versorgungspolitik neu abwägen, Besteuerungsmaßnahmen einsetzen und dem Kampf gegen die globale Erwärmung Priorität einräumen sollt...

Die Kommission hat kürzlich ein Grünbuch über die Sicherung der Energieversorgung in Europa veröffentlicht. Darin empfiehlt sie, dass die EU ihre Versorgungspolitik neu abwägen, Besteuerungsmaßnahmen einsetzen und dem Kampf gegen die globale Erwärmung Priorität einräumen sollte. Das Grünbuch spricht eine deutliche Sprache. Europa verbraucht immer mehr Energie, wobei diese größtenteils importiert wird. Falls keine Maßnahmen ergriffen werden, wird die EU im Jahr 2020 70 Prozent ihrer Energie, anstatt der derzeitigen 50 Prozent, importieren. Noch schlimmer ist, dass diese Energie vor allem mit fossilen Brennstoffen erzeugt wird und von den Problemen internationaler Preisschwankungen und der Umweltverschmutzung begleitet ist. Bevor das Europäische Parlament einen Entwurf ihrer Antworten auf dieses Grünbuch erstellt hat, organisierte es eine öffentliche Anhörung, um Energieerzeugern die Gelegenheit zu geben, ihre Ansichten darzulegen und Fragen nach zukünftigen Möglichkeiten und Gefahren zu beantworten. Der Präsident des Verbands der Kohleproduzenten in Großbritannien R. J. Budge erläuterte im Rahmen der Anhörung die Vorteile sauberer Kohle. Durch den Umstieg auf saubere Kohlekraftwerke hätte die EU eine Chance, ihre Ziele von Kyoto zu erreichen. Bertrand Barre, der Vizepräsident für Forschung und Entwicklung der COGEMA betonte, dass bei der Energiegewinnung aus Kernspaltung praktisch kein Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt würde und somit auch die EU unterstütze, die Kyoto-Ziele zu erreichen. Er sagte, dass es besser wäre, auch wenn dies politisch fast ein Tabuthema sei, eine internationale unterirdische Deponie für Abfälle einzurichten, anstatt dass jedes Land eine eigene derartige Deponie hat. Der Vizepräsident der FEDARENE und Energiekommissar der Regierung Oberösterreichs Dr. Gerhard Dell wies darauf hin, dass erneuerbare Energiequellen die europäische Abhängigkeit von Energieimporten bedeutend senken und sogar dazu beitragen könnten, neue Möglichkeiten für die europäische Landwirtschaft und den regionalen Zusammenhalt zu finden. Die an ihn gestellten Fragen konzentrierten sich auf den realistischen Anteil des gesamten Energiebedarfs, den diese erneuerbaren Energiequellen liefern könnten. Der Vorsitzende des Internationalen Verbandes der Öl- und Gasproduzenten Dr. Wolfgang Schollnberger hob im Rahmen der Anhörung die Bedeutung der Sicherheit der Öl- und Gasversorgung sowie die positiven Umweltaspekte von Gas hervor. Er weigerte sich jedoch, eine Frage nach einer Entkopplung der Preise der zwei Produkte zu beantworten. Derzeit beträgt der Anteil des europäischen Energiebedarfs, der von Öl abgedeckt wird 41 Prozent, der von Gas 22 Prozent, von Kohle 16 Prozent (Steinkohle, Braunkohle und Torf), von Kernenergie 15 Prozent und der von erneuerbarer Energie 6 Prozent. Der Beitrag der erneuerbaren Energie steigt insbesondere aufgrund der Windenergieprogramme. Falls sich Europa allerdings die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen anstrebt, müssen die Programme zu den erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren sehr stark ausgeweitet werden.