Mittelalterliche Geschichte prägt Identität
Da innerhalb einer gebildeten Bevölkerung die Geschichte an Popularität gewann, wurden neue Aufzeichnungen vorgenommen, die Menschen, Nationen und Themenkreise betrafen. Fragen, die im 12. und 13. Jahrhundert behandelt wurden, hatten Eroberung und Identität zum zentralen Thema. HISTORY BOOKS (History books in the Anglo-Norman world c.1100-c.1300) ist ein EU-finanziertes Projekt, das Dokumente aus dieser Periode untersucht, welche die Zeiten überdauert haben. Man erforscht Größe und Layout der Aufzeichnungen, die eingesetzten Materialien und die Zielgruppe. Zudem untersuchen die Forscher, auf welche Weise Bilder zusammen mit Handschriften angewendet wurden, um bestimmte Vorstellungen über die verschiedenen Gemeinschaften der anglonormannischen Welt zu erzeugen. Insbesondere betrachtete man die Sammlungen von Handschriften am Trinity College Dublin, die bislang nicht ausreichend erforscht wurden. Die kollaborativen und interdisziplinären Anstrengungen gehen auf Experten der Bereiche Kunstgeschichte, Geschichte, Literaturwissenschaft und Paläografie zurück. Bislang wurden drei Gastwissenschaftler und ein Postdoc-Forscher aufgenommen. Zu den Resultaten zählen eine öffentliche Vortragsreihe und eine Ausstellung von Handschriften. Weitere Erkenntnisse wird man der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit in Form von Vorträgen, Konferenzen, Publikationen und Ausstellungen präsentieren. Die Arbeit wird die Erstellung und den Inhalt von Büchern vereinfachen sowie allgemeinere Fragen in Bezug auf die Anwendung von Geschichte zur Konstruktion lokaler, ethnischer und religiöser Identitäten vertiefen.