Busquin lässt sich Ansichten zu integrierten Projekten erläutern
EU-Forschungskommissar Philippe Busquin wird sich bei seinem Besuch des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik in Aachen am 24. Juli die Ansichten der Fraunhofer-Gesellschaft zu "integrierten Projekten", einem neuen vorgeschlagenen Instrument für das nächste Rahmenprogramm, erläutern lassen. Integrierte Projekte sollen im Rahmen der thematischen Schwerpunktbereiche für Forschung stattfinden, möglicherweise über ein sehr umfangreiches Budget verfügen und sich eventuell aus Projektpaketen zusammensetzen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten derselben Maßnahme beschäftigen. Die Projekte decken möglicherweise auch "riskante" Forschungsarbeiten ab. Die Vorschläge der Fraunhofer-Gesellschaft umfassen die Einsetzung eines externen Überwachungsrates und ein neues Verfahren für Aufrufe zur Vorschlagseinreichung. Die Fraunhofer-Gesellschaft fordert ein zweistufiges Verfahren zur Einreichung von Vorschlägen für jeden Aufruf, einschließlich eines schnellen und transparenten Auswertungsverfahrens. Die Kerngruppe des Projekts sollte in der Lage sein, im jährlich überarbeiteten Durchführungsplan neue Aufgaben zuzuweisen, wenn sich im Laufe des Projekts neue Kompetenzfelder ergeben, so die Fraunhofer-Gesellschaft. Wenn die Projektpartner nicht über die erforderliche Kompetenz verfügen, sollte die Kerngruppe neue Aufrufe durchführen können, um neue Partner zu finden. Die Regeln für diese Aufrufe sollten von der Kerngruppe gemäß dem in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission gesteckten allgemeinen Rahmen aufgestellt werden. Über die Ergebnisse der Aufrufe sollte ein Lenkungsausschuss entscheiden, während ein externer Überwachungsrat die Einhaltung der Regeln überwachen soll, meint die Fraunhofer-Gesellschaft. Der Überwachungsrat würde sich aus fünf bis zehn Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und der Europäischen Kommission zusammensetzen, die von der Kerngruppe ernannt und von der Kommission genehmigt werden. Sobald das Projekt sämtliche Kriterien für Spitzenforschung erfüllt und genehmigt wird, sollte die Kerngruppe über die größtmögliche Flexibilität beim Projektmanagement verfügen, so die Fraunhofer-Gesellschaft. Die finanzielle Verantwortung sollte dem Anteil der Gruppe am Projekt entsprechen, wobei sie für die anderen Projektpartner keine Verantwortung zu tragen habe. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte europäische Organisation für angewandte Forschung. Im Jahr 2000 beteiligte sie sich - zusätzlich zu weiteren Projekten mit europäischen Teilnehmern - an 175 EU-Projekten. Im April 2001 wurde eine Fraunhofer-Vertretung in Brüssel eröffnet, um den Dialog zwischen der Gesellschaft und den EU-Institutionen zu fördern.