Parlament fordert Harmonisierung der Gesetzgebung für die Informationsgesellschaft
Der Ausschuss für Freiheiten und Rechte der Bürger, Justiz und innere Angelegenheiten des Europäischen Parlaments drängt die Europäische Kommission, gemeinsame Definitionen und Vorschläge für die Informationsgesellschaft zu erstellen, um zu versuchen die Rechtsprechung in den Mitgliedstaaten zu harmonisieren und die Computerkriminalität zu bekämpfen. Der Entschließungsentwurf der schwedischen MdEP Charlotte Cederschiöld fordert die Kommission auf, Gesetzes- und andere Initiativen vorzulegen, die ein allgemeines Rahmenwerk für die Politik gegenüber der Computerkriminalität ermöglichen würden, wie Menschenhandel, Geldwäsche, Kinderpornographie, das Verbreiten von Computerviren, die Verweigerung von Dienstleistungen, unerlaubter Zugriff und die Umgehung des geistiger Eigentumsrechte. Zu weiteren Empfehlungen in dem Entschließungsentwurf gehören die Förderung von europäischer Forschung an Schutz- und Präventionstechnologien, wie Verschlüsselung, das Errichten eines EU-Forums für Computerkriminalität, die Abänderung des Entwurfes des Europarates für eine Konvention gegen Computerkriminalität und die Intensivierung des Dialogs mit den USA, um eine gemeinsame Strategie zu finden und die Unterschiede beim Ansatz zur Bekämpfung der Computerkriminalität zu minimieren. In der Zwischenzeit fordern in Großbritannien Unternehmensführungen die Regierung auf, eine nationale Datenbank zum Kampf gegen Betrug im Internet zu errichten. Sie schlagen vor, die Datenbank solle auf dem US-Beschwerdezentrum für Betrug im Internet basieren. Der Aufruf erfolgt, nachdem eine Untersuchung gezeigt hatte, dass die Computerkriminalität Unternehmen davon abhält, Waren und Dienstleistungen über das Internet zu verkaufen. Zwei Drittel der Unternehmen, die an der Untersuchung teilgenommen haben, haben im vergangenen Jahr einen "schweren Zwischenfall" erlebt. Nur 53 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie das Internet als einen sicheren Ort ansehen, um Geschäfte mit anderen Unternehmen zu betreiben, während nur 32 Prozent es für einen sicheren Ort halten, um Verkäufe an Kunden zu tätigen.