Intensität der FuE in Unternehmen im Vereinigten Königreich liegt laut nationalem Anzeiger unter dem internationalen Durchschnitt
Nach der Veröffentlichung des Innovationsanzeigers der EU, in dem es heißt, dass sich das Niveau der Innovationen im Vereinigten Königreich zwar verbessert hat, jedoch in einem Tempo, das immer noch unter dem des EU-Durchschnitts lieg, brachte das Vereinigte Königreich einen eigenen Anzeiger über Forschung und Entwicklung (FuE) heraus. In diesem wird aufgezeigt, dass die Intensität der FuE insgesamt im Vereinigten Königreich unter dem internationalen Durchschnitt liegt. In dem Anzeiger werden Informationen aus 597 Privatunternehmen ausgewertet, die im Vereinigten Königreich ansässig sind und von denen 49 im FTSE 100 enthalten sind. Insgesamt belaufen sich die Investitionen der Unternehmen in FuE auf einen Gesamtbetrag von circa 15 Milliarden Pfund (rund 24 Milliarden Euro). Während die Investitionen in FuE im Vereinigten Königreich bei 2,1 Prozent der Umsätze stehen bleiben, liegt der internationale Durchschnitt viel höher, nämlich bei 4,2 Prozent. Im Vereinigten Königreich herrscht ebenfalls eine andere Branchenmischung im Bereich FuE im Vergleich zu anderen Ländern vor. So werden die Investitionen in FuE im Vereinigten Königreich von der Arzneimittelindustrie angeführt; hier werden 38 Prozent der Investitionen getätigt. Mit 10 Prozent wird im Vereinigten Königreich ebenfalls mehr in die Luftfahrtforschung investiert als anderswo. International gesehen stehen die Bereiche IT- (Informationstechnologie) Hardware und Automobilindustrie bei den Investitionen in FuE an der Spitze. Hier werden 45 Prozent der Investitionen getätigt, verglichen mit 13 Prozent im Vereinigten Königreich. Der Anzeiger lässt jedoch erkennen, dass die Investitionen in IT-Hardware im Umfang und in der Intensität im Laufe der letzten beiden Jahre angestiegen sind. Die stärksten Branchen des Vereinigten Königreichs, Arzneimittel, Gesundheit und Luftfahrt, haben ihre relative Position entweder beibehalten oder sie noch verbessert. Der Anzeiger hat jedoch ebenfalls aufgezeigt, dass zwischen 10 und 35 Prozent der Investitionen in FuE in allen Branchen auf das Konto ausländischer Unternehmen gehen. Branchen wie die elektronische Industrie, Software und IT-Dienstleistungen sowie die chemische und technische Industrie, die sich hinsichtlich der Intensität von FuE im Vereinigten Königreich im mittleren Bereich befinden, weisen im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz eine geringere Intensität auf. Dies liegt hauptsächlich an den niedrigeren Investitionen in FuE zahlreicher mittelständischer Unternehmen im Vereinigten Königreich. Das Umsatzwachstum ist stärker in Unternehmen, in denen die FuE intensiver verfolgt wird, und sechsmal größer in Unternehmen, deren Umsätze mit neuen Produkten verhältnismäßig höher sind, so der Anzeiger. Der Anzeiger schließt mit der Aussage, dass die Herausforderung für alle Unternehmen, insbesondere für mittelständische Unternehmen, darin liegt, in ein "von Innovationen geführtes rentables Wachstum zu investieren und die Chancen zu ergreifen, den Übergang von ausgereifteren Produktbereichen in Bereiche mit höherem Mehrwert und höherem Wachstum zu wagen".