Finnische Studie ruft Technologiezentren zum Aufbau einer "kritischen Masse" auf
In einem Bericht über die Bedeutung der fünf größten Technologiezentren in Finnland wurde empfohlen, dass sich die Zentren auf die Entwicklung von Netzwerken zwischen ein paar Schlüsselindustriezweigen konzentrieren, bei der Stärkung der kritischen Masse helfen und eine aktivere Vermittlungsrolle zwischen Investoren und Unternehmen einnehmen sollten. Der Bericht, der im Oktober vom finnischen Ministerium für Handel und Industrie, der Finnish Science Park Association TEKEL und dem Otaniemi Wissenschaftspark in Espoo veröffentlicht wurde, hat die Tätigkeiten und Wirkungen der Industrieparks in Espoo, Jyväskylä, Oulu, Tampere und Turku bewertet. Er empfiehlt, dass die Zentren sich auf die Vernetzung zwischen einigen wenigen - zwei oder drei - wesentlichen Schwerpunktbereichen der Industrie konzentrieren sollten, um auf einträglichen Gebieten eine kritische Masse aufzubauen. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Zentren sich ebenso der Bereiche bewusst sein sollten, die Potenzial für eine spätere Rentabilität besitzen, wie jener, die derzeit erfolgreich sind. Sie sollten Unternehmen verschiedener Größe und Entwicklungsstufe auswählen und aus ihnen in Schlüsselbereichen den Kern einer kritischen Masse bilden. Der Bericht schlägt zudem vor, dass Technologiezentren die Gründung und Organisation regionaler "Enterprise Accelerators" (Modell zur Unternehmensgründung) unterstützen sollten, um die Arbeit der Gründerzentren fortzusetzen und neue Unternehmen zu ermutigen, im oder in der Nähe des Technologiezentrums zu bleiben. So sollen sowohl die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen als auch ein Wachstum der kritischen Masse gefördert werden. Die Studie hat empfohlen, informelle Netzwerke zur Förderung der Zusammenarbeit in einem frühen Stadium zu entwickeln, wobei diese von Cafés und Treffpunkten bis hin zu Diskussionsforen reichen. Die Technologiezentren könnten auch von einer teilweisen Bereitstellung von Dienstleistungen profitieren, wobei einige Dienste über Verträge an externe Lieferanten vergeben und Informationen über diese Lieferanten an Unternehmen geleitet würden. Der Bericht hat auch die Annahme bestärkt, dass Technologiezentren eine stärkere Vermittlungsrolle zwischen Investoren und Unternehmen übernehmen sollten, indem sie beispielsweise Unternehmen im Verhandlungsgeschick mit Investoren schulen und Zusammenkünfte für Investoren und Unternehmen organisieren. Die Daten wurden durch Interviews mit Vertretern von Technologiezentren, Interessengruppen des öffentlichen Sektors, Universitäten und Forschungsinstituten sowie Risikokapitalgebern in jeder der Regionen der Technologiezentren gesammelt. Aus dem Bericht geht hervor, dass Technologiezentren insgesamt zur Schaffung neuer technologieintensiver Unternehmen beigetragen haben. Als einer der Haupteffekte von Technologiezentren wurde eine Verbesserung im Ansehen sowohl der Regionen als auch der einzelnen Unternehmen ermittelt. Trotz der Rolle, die den Zentren beim Sammeln einer kritischen Masse von Unternehmen in einem allgemeinen Arbeitsumfeld zukommt, führt dies nicht automatisch zu einer Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen. Während 67 Prozent der Unternehmen, die den Fragebogen beantwortet haben, mit anderen Unternehmen zusammen gearbeitet hatten und mehr als die Hälfte der antwortenden Unternehmen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen kooperiert haben, hatten etwas mehr als ein Drittel von ihnen Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen betrieben. Die gebräuchlichsten Formen der Zusammenarbeit waren Forschung, Produktentwicklung und Technologietransfer. Die Studie hat auch festgestellt, dass die Technologiezentren dort eine größere Wirkung auf Unternehmen haben, wo der Schwerpunkt auf der Unterstützung von Existenzgründungen lag.