Runder Tisch der Industrie ruft zu "Taten statt Worten" auf, um die Ziele von Lissabon zu erreichen
Der Vorsitzende des European Round Table of Industrialists (ERT - Europäischer Runder Tisch der Industriellen), Baron Daniel Janssen, hat zu weniger Worten und mehr Taten aufgerufen, um das Ziel des Gipfels von Lissabon - Europa zur wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Gesellschaft weltweit zu machen - zu erreichen. Bei einer Debatte über die Schlussfolgerungen des "European Competitiveness Report 2001" am 30. Januar sagte Baron Janssen, dass der ERT die "ehrgeizigen aber erreichbaren" Ziele des Gipfels von Lissabon voll unterstütze, räumte jedoch ein, dass die Organisation von dem langsamen Fortschritt im Allgemeinen und der Verzögerung in wichtigen Bereichen wie der Schaffung eines Gemeinschaftspatents enttäuscht sei. Baron Janssen sagte, nach Ansicht des ERT habe, "insbesondere der Rat zu wenig Leistung erbracht, da er Schlüsselelemente verschiedener Vorschläge verwässert oder verzögert hat". Er fügte hinzu, dass außerdem "das Parlament immer noch nicht voll an Bord ist" und nannte den Verlust der Übernahme-Richtlinie als Beispiel. Der ERT-Vorsitzende lobte jedoch die Anstrengungen der Europäischen Kommission und der GD Unternehmen für ihren "effektiven" Ansatz, um die Agenda von Lissabon und die eEurope-Initiative voranzubringen. Er rief die Regierungen der EU dazu auf, vereinte Anstrengungen zu unternehmen, um die Ziele von Lissabon zu erreichen, und sagte, beim Europäischen Rat in Barcelona sollten die Mitgliedstaaten "Probleme lösen und nicht nur erkennen". Kommissar Liikanen betonte ebenfalls die "bedauerliche" Verzögerung beim Gemeinschaftspatent und erläuterte einige der seiner Meinung nach größten Herausforderungen, um die Ziele von Lissabon Realität werden zu lassen. Er sagte, ein schnellerer Breitband-Ausbau, die Förderung von Internet-Inhalten, der Anschluss von Regierungen an das Internet, verbesserte Internet-Sicherheit und Ausbildung aller in digitalen Fähigkeiten seien wesentlich für die Schaffung des eEurope von morgen. Liikanen fügte hinzu, dass mehr Anstrengungen in Bildung, Ausbildung und lebenslangem Lernen erforderlich seien, da für Europa "die viel versprechendsten Bereiche oft die wissensintensivsten sind". Er betonte auch die Bedeutung von F&E (Forschung und Entwicklung) und Innovation und erklärte, dass "hohes Produktivitätswachstum tendenziell Hand in Hand mit größeren F&E-Anstrengungen geht". Er meinte, dass die Erhöhung der Investitionen des Privatsektors in F&E zur Priorität werden müssten, da die Investitionen der EU-Regierungen in F&E mit denen der Mitbewerber Europas vergleichbar seien, der Privatsektor jedoch zurückliege. Professor Reinhilde Veugelers von der Katholieke Universiteit Leuven (KUL), Belgien, rief zum Handeln auf, um die "schwache Leistung" der europäischen Biotechnologie-Branche zu verbessern. Professor Veugelers sagte, insbesondere müsse der Schwerpunkt auf kleine, spezialisierte Biotechnologie-Unternehmen, so genannte DBF, gelegt werden, die eine "entscheidende Netzwerkposition innerhalb der Biotechnologie" hätten. Sie erklärte, um gegenüber den USA in der Biotechnologie-Leistung aufzuholen, müsse Europa die Konnektivität seiner Biotechnologie-Aktivitäten durch Kooperationsvereinbarungen und gemeinsame Forschung ausweiten und erhöhen. "Der Schwerpunkt", erklärte sie, "sollte nicht nur auf der Schaffung von DBF liegen, sondern darauf, wie wir sicherstellen können, dass diese überleben." Sie sagte, Vernetzungs- und Kooperationsvereinbarungen seien wesentlich für das Überleben von DBF und rief zu einem verbesserten System der geistigen Eigentumsrechte auf, so dass Forscher, die in Europa arbeiten, aus ihren Innovationen Nutzen ziehen können.