Mykobakterien und Infektionskrankheiten
Mykobakterien gehören zu einer Familie von Bakterien, die schwere menschliche Krankheiten wie Lepra und Tuberkulose auslöst und gegen die Impfstoffe und Antibiotika nur wenig Wirkung zeigen. Das EU-finanzierte Projekt PGLMP (Deciphering the role of phenolic glycolipids in mycobacterial pathogenesis) untersuchte, wie pathogene Mykobakterien Infektionen verursachen und insbesondere die Fähigkeit des Wirts zu einer wirksamen Immunantwort unterdrücken, einschließlich der Rolle phenolischer Glycolipide (PGL). Die Projektforscher analysierten in einem interdisziplinären Ansatz die biologische Rolle von PGL. So stellte ein genetisch umprogrammierter Stamm das artspezifische pGLS von pathogenen Mykobakterien her. Gleichzeitig wurden auf chemischem Wege artspezifische Zuckerverbindungen synthetisiert, um deren Strukturen zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass Lepra- und Tuberkulosebakterien aus komplexen Zuckern aus PGL-Antigenen einen Vorteil ziehen, da sie die Infektiosität und Fähigkeit zur Umgehung der Immunabwehr fördern. Damit trug PGLMP neues Wissen zu wichtigen Mechanismen bei bestimmten Erkrankungen des Menschen bei, was effektivere Therapien fördern kann. Die Arbeit erweitert auch den europäischen Kenntnisstand in relevanten medizinischen Bereichen.