Uneinigkeit beim Weltgipfel über Rolle der erneuerbaren Energien
Ergebnis des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung war ein Dokument, in dem die Länder aufgerufen werden, "dringend" zu handeln, um die Nutzung erneuerbarer Energien erheblich zu erhöhen, aber keine konkreten Ziele für erneuerbare Energien festgelegt werden. Die Entscheidung, das Ergebnis intensiver Verhandlungen über einen Zeitraum von sieben Monaten, war größtenteils ein Kompromiss zwischen den großen ölexportierenden Ländern und den Ländern, die möchten, dass mehr Anstrengungen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien unternommen werden, insbesondere die EU. Vor Besuch der Konferenz brachte der britische Premierminister Tony Blair seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die Technologien für erneuerbare Energien die Lobby für fossile Brennstoffe und die Länder, die deren Ansicht teilen, davon überzeugen könnten, dass erneuerbare Energien nicht nur der Umwelt nützen, sondern auch ein gewinnbringender Sektor sein können. Er erwähnte insbesondere neue Forschungsvorhaben, die das Vereinigte Königreich zu Brennstoffzelltechnologien sowie Offshore-Windturbinen, Umwandlung von Haushaltsmüll und Gezeitenenergie durchzuführen beabsichtigt. Blair fügte hinzu, er werde mit den Mitgliedern der G8-Gruppe (die sieben reichsten Nationen der Welt und Russland) über die Rolle von Wissenschaft und Technologie zur Erreichung spezifischer Ziele sprechen, insbesondere über jene des Kyoto-Protokolls. "Wissenschaft und Technologie sind der Schlüssel zu allem. Natürlich brauchen wir dann den politischen Willen zur Umsetzung. Es wäre jedoch hilfreich, wenn die Länder, die dem Nutzen der Aktionen gegen den Klimawandel skeptisch gegenüber stehen, sehen könnten, wie dies umgesetzt werden kann", sagte er. "Wir brauchen ein Umdenken in unserem Verständnis von Wissenschaft und Technologie, das ... zu Wirtschaftswachstum und Umweltschutz führen kann." Das Ergebnis der Verhandlungen auf dem Weltgipfel über die erhöhte Nutzung erneuerbarer Energien wurde bereits von einigen als Erfolg gewertet. "Die Frage konkreter Zielwerte für erneuerbare Energien war ein lohnendes Ziel. Doch die Realität ist die, dass wir mit nachhaltigen Aktionen den Sektor der erneuerbaren Energien so weit aufbauen können, bis sie die kritische Masse haben, um mit Energie aus fossilen Brennstoffen konkurrieren zu können", so Nitin Desai, der Generalsekretär des Gipfels. Die britische Umweltministerin Margaret Beckett kommentierte das Abschlussdokument ebenfalls positiv. "Das Gesamtergebnis des Gipfels in Johannesburg ist wirklich bemerkenswert. Wir mussten unser Bestes geben - um das Beste herauszuholen - und das haben wir getan. Ich zweifele nicht daran, dass unsere Nachkommen auf diesen Gipfel zurückblicken und sagen werden, dass wir einen neuen Weg eingeschlagen haben." Umweltgruppen sind mit dem Übereinkommen weniger zufrieden. Sie hatten gehofft, dass darin feste Ziele und ein Zeitplan für die Förderung und Verbreitung erneuerbarer Energien wie Windkraft und Solarenergie festgelegt würden. Unter den Ländern, die einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien skeptisch gegenüberstanden, waren auch einige afrikanische. Südafrikas Umweltminister Valli Moosa behauptete, bindende Ziele für die Nutzung erneuerbarer Energien seien der Luxus eines reichen Landes. Der endgültige Text muss nun in einer Plenarsitzung offiziell genehmigt werden.