Liikanen stellt die Einbeziehung der KMU in den europäischen Normungsprozess sicher
Zur besseren Einbindung von Kleinunternehmen und Herstellern bei der Festlegung europäischer technischer Normen hat Erkki Liikanen, der für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissar, einen Einjahresvertrag mit KMU-Verbänden (KMU - kleine und mittlere Unternehmen) geschlossen. Jedes Jahr werden über 1.000 neue europäische Normen angenommen; viele darunter sollen es den Herstellern erleichtern, rechtliche, Gesundheitsschutz- und Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Zudem sollen sie ihnen Schutz in Bezug auf die Produkthaftung bieten. Die meisten KMU verfügen jedoch noch nicht über ausreichende Ressourcen oder ein ausreichendes Bewusstsein, um sich an der Normungsarbeit auf nationaler oder europäischer Ebene beteiligen zu können. Liikanen sagte: "Über möglichst gute technische Normen zu verfügen, die in den Märkten innerhalb und außerhalb Europas breite Akzeptanz finden, liegt im Interesse aller. Die Akzeptanz von Normen hängt in erster Linie davon ab, dass alle betroffenen Gruppen, darunter auch die KMU, in ihre Ausarbeitung einbezogen werden." Die Kommission hat den Vertrag mit einem Konsortium aus UEAPME (Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe), in der jedes EU-Mitgliedsland und die meisten Beitrittsländer vertreten sind, und NORMAPME (Europäisches technisches Büro des Handwerks und Mittelstandes) geschlossen, welche über ein umfangreiches Fachwissen auf diesem Gebiet verfügen. EU-Kommissar Liikanen hat das Konsortium insbesondere um die Bereitstellung folgender Dienstleistungen gebeten: - Bereitstellung von Informationen über Normung, Zertifizierung und CE-Kennzeichnung für KMU und Handwerksbetriebe sowie Organisation von Feed-back; - organisatorische Betreuung der Mitwirkung von KMU und Handwerksbetrieben in nationalen und europäischen Normungsgremien; - Teilnahme im Rahmen strategischer Sitzungen, Ausschüsse und Konferenzen im Normungsbereich, um die KMU-Belange zu fördern; - weit reichende Verbreitung einschlägiger Informationen per Website, Newsletter usw.; - regelmäßige Berichterstattung über diese Dienstleistungen durch NORMAPME an die Kommission. Einige Normungsbehörden und Mitgliedsstaaten haben bereits zuvor versucht, die KMU in den Prozess einzubinden, doch die Situation unterscheidet sich stark von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat. Die Kommission vertritt die Auffassung, dass die Fähigkeit kleiner Unternehmen, Normen zu ihrem Vorteil zu nutzen, einen Schlüssel zu ihrem Erfolg darstellt, und dass solche Programme notwendig sind, um die künftige Wettbewerbsfähigkeit in Europa sicherzustellen.