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Liikanen: Politik sollte die Entwicklung der Breitbandnetze vorantreiben

Erkki Liikanen, das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissionsmitglied, hat die Politik zu neuen Anstrengungen aufgerufen, um die Entwicklung der Breitbandnetze in Europa zu fördern. Anlässlich des Workshops "Accelerating Broadband in Europe" am 2...

Erkki Liikanen, das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissionsmitglied, hat die Politik zu neuen Anstrengungen aufgerufen, um die Entwicklung der Breitbandnetze in Europa zu fördern. Anlässlich des Workshops "Accelerating Broadband in Europe" am 28. Januar in Brüssel erklärte Liikanen, "Taten statt Worte" seien notwendig, um Probleme wie Finanzierungsschwierigkeiten, teure Investitionen und die schleppende Verbreitung zu bewältigen, die zurzeit noch die Einführung breitbandiger Übertragungstechniken und die Entfaltung ihres gesellschaftlichen Nutzens verzögern. "Von der Breitbandtechnik werden erhebliche Vorteile in Bezug auf Produktivitätssteigerungen, Wachstum und Beschäftigung erwartet. Sie wird bei den Unternehmen zu neuen Geschäftsmöglichkeiten sowie Produktivitäts- und Innovationssteigerungen sowohl in der Fertigung als auch in der Unterhaltungsindustrie führen. Verbesserungen im Bildungs- und Gesundheitswesen, E-Government und Telearbeit wirken sich positiv auf die soziale Inklusion aus und erhöhen den Lebensstandard", so Liikanen. Damit ganz Europa abgedeckt werden kann, hält es das Kommissionsmitglied für notwendig, aktuelle Technologien wie ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) und Kabelmodems parallel zu neuartigen Technologien der dritten Generation (3G) wie mobilen, Satelliten-, Glasfaser- und festen drahtlosen Verbindungen einzusetzen. Wie Liikanen betonte, werde eine solche Vielfalt helfen, "Zugangsprobleme in verschiedenen Gebieten entsprechend den lokalen Gegebenheiten" zu lösen. "Feste drahtlose Verbindungen und Verbindungen über Satellit oder die Stromleitung können z.B. dort einspringen, wo kein Festnetz zur Verfügung steht." Zudem sei ein gesunder Wettbewerb zwischen Netzen geboten, da er zu mehr Wettbewerb bei Diensten und Inhalten führe, was die Entwicklung der Breitbandnetze weiter fördere. Liikanen zufolge ist statistisch belegt, dass die Verfügbarkeit und die Nutzung der Breitbandnetze in den Ländern am größten ist, in denen ein Wettbewerb zwischen den Zugangsanbietern besteht. Das Kommissionsmitglied fügte hinzu, dass die Politik gefordert sei, damit ein solcher Wettbewerb entstehen kann und offene, miteinander kompatible Plattformen wie Kabelfernsehen, digitales Fernsehen, 3G oder R-LANs (drahtlose lokale Netzwerke) in mehr Regionen zur Verfügung stehen. In seiner Rede verwies Liikanen außerdem auf die Komplexität von Angebot und Nachfrage, die nicht nur die Einführung, Inhalte und Dienste sondern auch die Regulierungspolitik beeinflusse. "Die unstete Nachfrage und die schwierigen Kapitalmärkte machen Investitionsentscheidungen schwierig, sodass kaum abzusehen ist, wie hoch der Ertrag ausfällt. Die Nachfrage hängt davon ab, ob die Nutzer bereit sind, für die schnelle Übertragung umfangreicher Inhalte zu bezahlen." Das Kommissionsmitglied fügte hinzu, der Aktionsplan eEurope 2005 liefere einen Beitrag zur Lösung dieser Frage, da er sich sowohl mit der Entwicklung von Diensten und Inhalten als auch mit der Einführung einer sicheren Breitband-Infrastruktur beschäftige. Abschließend rief Liikanen die Mitgliedstaaten auf, die "vollständige Umsetzung des Aktionsplans" [eEurope 2005] ganz oben auf die politische Tagesordnung zu setzen.

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