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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Stärkung und Strukturierung der Sozialwissenschaften auf EU-Ebene

In seiner Rede bei einem Eröffnungstreffen für 89 neue von der EU finanzierte Projekte im Bereich der Sozialwissenschaften unterstrich EU-Forschungskommissar Philippe Busquin die Notwendigkeit, die Sozialwissenschaften auf europäischer Ebene zu stärken und zu strukturieren Bu...

In seiner Rede bei einem Eröffnungstreffen für 89 neue von der EU finanzierte Projekte im Bereich der Sozialwissenschaften unterstrich EU-Forschungskommissar Philippe Busquin die Notwendigkeit, die Sozialwissenschaften auf europäischer Ebene zu stärken und zu strukturieren Busquin hob hervor, dass die EU-Rahmenprogramme ursprünglich eingerichtet wurden, um die Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu steigern, und dass erst im Vierten Rahmenprogramm der sozioökonomische Aspekt eingeführt wurde. Unter dem Fünften Rahmenprogramm bildeten 1800 Forscherteams aus 38 Ländern eine Vielzahl von Netzen, um Forschung durchzuführen, die Entscheidungsträgern helfen sollte, Lösungen für wirtschaftliche, soziale, politische und kulturelle Probleme zu finden. "Forschung sollte nicht einfach in den Akten landen und nie diskutiert werden. Meine eigene politische Erfahrung hat mir jedoch gezeigt, dass dies oft der Fall ist", so Busquin. Er betonte den Wert solcher Forschung für Entscheidungsträger. Auch James Wickham, Koordinator der Cluster-Aktivität "Sozialer Zusammenhalt, Arbeitsorganisation und IKT [Informations- und Kommunikationstechnologie]" vom Employment Research Centre (Zentrum für Beschäftigungsforschung) beschrieb die Rolle, die die sozialwissenschaftliche Forschung bei der Unterstützung von Entscheidungsträgern spielt, und hob eine Herausforderung hervor, der der Bereich auf europäischer Ebene gegenübersteht. "Sozialforschung sammelt interessante, herausfordernde und unbequeme Fakten [...]. Sie kann den Menschen dabei helfen, die Vorstellung genauer zu untersuchen, dass die Kirschen aus Nachbars Garten immer viel besser schmecken", so Wickham. Er nannte hierfür das Beispiel, dass die Briten meinten, die Berufsausbildung in Deutschland sei sehr viel besser. Die Forschung zeige oft, dass die Situation nicht genau so ist, wie sie dargestellt wird, beispielsweise aufgrund von verschiedenen Definitionen derselben Konzepte. Dr. Wickham behauptete auch, dass Sozialwissenschaftler "seltsame" Fragen stellen könnten, die weniger exzentrische Menschen nicht fragen würden. Er nannte als Beispiel eine Studie, die darauf hinwies, dass Innovation nicht nur in privaten Unternehmen stattfindet. In Bezug auf seine eigenen Studien über die europäische Forschung unterstrich Dr. Wickham den großen Nutzen, den die Rahmenprogramme Europa gebracht haben. "Wir haben es ganz klar mit einer neuen Größenordnung der Kooperation zu tun, die sehr reich und vielschichtig ist und die es so vor fünf Jahren noch nicht gab", erklärte er. Jedoch sei die Dominanz der englischen Sprache in den Sozialwissenschaften nach wie vor ein Problem. "Das eigentliche Problem ist, dass wir uns hin zu einer im Wesentlichen anglophonen Forschungsgemeinschaft bewegt haben und wir Gefahr laufen, europäische Forschungstraditionen zu verlieren. [.] Die Dominanz US-amerikanischer Evaluierungsformen wird immer größer und dieses Problem müssen wir angehen", meinte er. Busquin hob den siebten vorrangigen Themenbereich "Bürger und modernes Regieren" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) mit einem Budget von 225 Millionen Euro hervor. "Auch wenn das absolut gesehen keine riesige Summe ist, zeigt sie doch deutlich unsere Prioritäten", so der Kommissar. Er ging auch darauf ein, wie wichtig es ist, die Sozialforschung in andere vorrangige Themenbereiche zu integrieren und sie nicht als isolierten Bereich zu betrachten. Dr. Wickham begrüßte zwar die Präsenz der Sozialwissenschaften im RP6, er beschrieb die neuen Instrumente jedoch als "problematisch", weil sie groß angelegte Forschung fördern: "Das Problem in den Sozialwissenschaften ist nicht die Größenordnung, sondern mangelnde Kommunikation. Wir haben Ressourcen, die wir nicht nutzen, wie z.B. Eurostat." "Wir müssen das 'Schienenproblem' im Auge behalten", schloss Dr. Wickham. "Es ist leicht, die Bahn aus den Gleisen zu werfen, aber nicht so leicht, sie wieder auf neue zu stellen. Wenn wir aufgeben was wir haben und versuchen, andere nachzuahmen, könnten wir in der Mitte stecken bleiben und nirgendwohin gelangen. Das ist die tatsächliche Gefahr", erläuterte er. Als Antwort auf die Kritik an den neuen Instrumenten führte Jean-François Marchipont, Direktor für eine wissensbasierte Wirtschaft und Gesellschaft bei der GD Forschung der Kommission, an, dass die neuen Instrumente große Chancen für die Sozialwissenschaften bieten würden. Er betonte auch erneut die Bedeutung des Clustering, das durch die neuen Instrumente ermöglicht wird.

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