Chirac fordert europäische Krebsbehörde im Hinblick auf eine kohärente Gemeinschaftspolitik
Der französische Präsident Jacques Chirac hat die Gründung einer europäischen Behörde verlangt, die für eine Annäherung der Politiken der Mitgliedstaaten in der Krebsbekämpfung sorgen soll. In einer Rede am 24. März sagte Präsident Chirac, die Krebsbekämpfung sollte in einen europäischen Zusammenhang gestellt werden, damit die Partner bei der Ausgestaltung kohärenter Politiken zusammenarbeiten könnten. "Was fehlt sind zusätzliche Mittel, bessere Organisation und mehr Koordinierung. Darüber hinaus bedarf es eines starken Willens und langfristiger Entschlossenheit", sagte der französische Präsident. Chiracs Aufruf erfolgte bei der Vorstellung eines Aktionsplans, der die Herangehensweise an die Krebsbehandlung und -forschung in Frankreich in den kommenden fünf Jahren revolutionieren soll. Der Plan ist mit einem Budget von insgesamt 500 Millionen Euro ausgestattet und beinhaltet 70 Maßnahmen zur Krebsprävention sowie bessere Behandlungen und verstärkte Forschungsmaßnahmen. Der Schwerpunkt des Aktionsplans liegt auf drei Einzelgebieten der Krebsforschung, der Epidemiologie, der Krebsgenetik und klinischen Versuchen. Darüber hinaus soll ein nationales Krebsforschungsinstitut gegründet werden, das die Forschungsmaßnahmen auf diesen Gebieten überwachen und harmonisieren soll. Präsident Chirac sagte abschließend: "Indem wir der Krebsbekämpfung absolute Priorität einräumen, wollen wir keine irrationalen Hoffnungen wecken, denn Krebs wird nicht an einem Tag besiegt werden. Aber eines Tages wird dies der Fall sein, wenn dank unserer methodischen Entschlossenheit alle notwendigen Maßnahmen getroffen sein werden."
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