Keine langen Wartezeiten vor Museen dank EU-finanziertem Forschungsprojekt
Das mit EU-Mitteln finanzierte Projekt SCULPTEUR erschließt neue Wege zum Besuch der großen europäischen Galerien und Museen, damit endlose Schlangen und müde Füße schon bald der Vergangenheit angehören. Das SCULPTEUR-Projektkonsortium (SCULPTEUR steht für "Semantic and content-based multimedia exploitation for European benefit") nutzt die Technologie des "semantischen Web" zur Entwicklung eines webbasierten Bild-Retrievalsystems, mit dem Tausende von Bildern aus großen Kunsthäusern in ganz Europa abgerufen und betrachtet werden können. SCULPTEUR ist eine multidisziplinäre Partnerschaft und umfasst zehn Partner aus Industrie, Wissenschaft, Forschung und Kultur aus dem VK, Italien und Frankreich. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit zwei Millionen Euro aus dem Programm "Technologien der Informationsgesellschaft" (IST) des Fünften Rahmenprogramms (RP5) unterstützt. "In Europa gibt es Hunderte von Archiven für kulturelles Erbe von besonderer wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung. [...] Es wird deutlich, dass diese Archive überall in Europa gepflegt, untersucht und geschützt werden müssen. Gleichzeitig müssen sie Wissenschaftlern, Forschern, Kustoden, Historikern und der europäischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit sie sich daran erfreuen und sie studieren können", schreibt das Projektkonsortium. Es bestehen bereits ähnliche digitale Multimedia-Bibliotheken, in denen verschiedene Multimediadateien gespeichert, abgefragt und gesucht werden können, so z.B. das 2D-Bildarchiv, das vor kurzem im Rahmen des IST-Projekts ARTISTE abgeschlossen wurde. Beim Projekt SCULPTEUR wurde die Wissensbasis erweitert, so dass ein noch ausgeklügelteres Suchsystem entstand. Die neue digitale Bibliothek zeichnet sich insbesondere durch die Fähigkeit aus, 3D-Bilder von Objekten in Museen zu erfassen. Diese Technik ist insbesondere für Museen von Interesse, die dreidimensionale Objekte und Kunstwerke aus ihren Sammlungen archivieren wollen. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts neben der Entwicklung neuer Methoden zur Erfassung von 3D-Objekten ist die Erarbeitung von Navigations-, Such- und Retrievalfunktionen, die mit bestehenden digitalen Sammlungen in ganz Europa kompatibel sind. Wenn die entsprechende Interoperabilität besteht, sind der Louvre in Paris, die Londoner National Gallery oder die Uffizien in Florenz nur noch einen Mausklick entfernt.
Länder
Frankreich, Italien, Vereinigtes Königreich