Europäische Kommission und WHO diskutieren über gemeinsame Strategien zu globalen Gesundheitsfragen
EU-Kommissare und hochrangige Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben ihr Engagement zur Stärkung und Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit erneut zum Ausdruck gebracht. Im Rahmen von Konsultationen auf höchster Ebene am 6. Mai trafen die EU-Kommissare Philippe Busquin (Forschung), Pascal Lamy (Handel), David Byrne (Gesundheit und Verbraucherschutz), Margot Wallström (Umwelt) und der Kabinettschef von Kommissar Nielson (Entwicklung) mit WHO-Vertretern zusammen, um über eine Reihe gesundheitsbezogener Themen, bei denen gemeinsame Strategien erforderlich sind, zu diskutieren. Dazu gehören die Bekämpfung von Krankheiten - insbesondere von SARS (schweres akutes Atemwegssyndrom), das Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums (Framework Convention on Tobacco Control - FCTC), das öffentliche Bewusstsein in Bezug auf die Ernährung und Bewegung zur Verringerung von Risiken, die Auswirkung der Umwelt auf die Gesundheit, die Zusammenarbeit in Entwicklungsländern und die weltweite Gesundheitsforschung. Hinsichtlich eines Ausbaus der Zusammenarbeit zwischen der EU und der WHO im Bereich der Forschung vereinbarten Forschungskommissar Busquin und die WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland, dass beide Organisationen an den politischen, beratenden und technischen Konsultationen der jeweils anderen Seite aktiv teilnehmen sollten. Neben offenen Konsultationen könnten die EU und die WHO auch gemeinsame Sitzungen zu Themen von gemeinsamem Interesse organisieren, so Busquin und Brundtland. Busquin erläuterte, dass die Kommission bereits dabei sei, gesundheitsbezogene Initiativen umzusetzen, an denen alle Interessengruppen beteiligt sein sollten. Eine dieser Initiativen ist das "Klinische Versuchsprogramm Europa-Entwicklungsländer" (EDCTP), unter dem durch einen neuartigen Zusammenschluss zwischen Europa und den Entwicklungsländern kostengünstige Medikamente entwickelt werden sollen, um AIDS, Malaria und Tuberkulose behandeln zu können. Weiterhin sehen Busquin und Brundtland dem bevorstehenden Weltgesundheitsbericht über die Gesundheitsforschung sowie der Teilnahme am Ministertreffen zur weltweiten Gesundheitsforschung, das im November 2004 in Mexiko stattfinden soll, mit Freude entgegen.