Sonderaufforderung zum schweren akuten respiratorischen Syndrom
Die Europäische Kommission hat eine Sonderaufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Zusammenhang mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom (SARS) unter der Aktivität "Unterstützung der Politiken und Planung im Vorgriff auf den künftigen Wissenschafts- und Technologiebedarf" des Sechsten Rahmenprogramms veröffentlicht. Dies ist einer der Bereiche, die vom spezifischen Programm "Integration und Stärkung des Europäischen Forschungsraums" abgedeckt werden. Die Ausschreibung umfasst die nachstehend aufgeführten Aufgaben. Die Kommission weist jedoch darauf hin, dass diese Aufgaben im Rahmen des Ausbruchs von SARS konzipiert wurden und dass, angesichts der schnellen Entwicklung, die Vorschläge die jüngsten Entwicklungen einschließlich Verlagerungen der Prioritäten bis zum Zeitpunkt der Einreichung einbeziehen müssen. - Beitrag zur Vernetzung der Forschungskapazitäten und wissenschaftlichen Unterstützung und Beratung im Bereich Infektionskrankheiten. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Lösungen für forschungsbezogene Fragen in Bezug auf die Ziele der öffentlichen Gesundheit zur Unterstützung des Netzes für die epidemiologische Überwachung und die Kontrolle übertragbarer Krankheiten der Europäischen Gemeinschaft (Beschluss 2119/98/EG) unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Themen im Zusammenhang mit dem Ausbruch von SARS; - Durchführung von Forschungsarbeiten über die molekulare Epidemiologie des mit SARS in Verbindung stehenden Coronavirus (einschließlich der molekularen Entwicklung), insbesondere im Zusammenhang mit der Virulenz, Forschungsarbeiten zum Ursprung und der Pathogenität von SARS, zur Entwicklung epidemiologischer Modelle zur Verbreitungsdynamik von SARS und ähnlichen epidemisch auftretenden übertragbaren Krankheiten in verschiedenen Regionen (unter Berücksichtigung der aktuellen Muster der internationalen Mobilität der Bevölkerung und ihrer Lebens- und Sozialbedingungen); - Durchführung von Forschungsmaßnahmen zu klinischen Anzeichen von SARS (einschließlich möglicher genetischer Wirtsfaktoren), zum Stand der Immunität und Ansteckungsfähigkeit von Patienten während des gesamten Krankheitsverlaufs, bei genesenen Einzelpersonen und in nicht symptomischen Überträgern, zur Krankheitsübertragung, einschließlich der Übertragungsmechanismen und relevanter ökologischer Reservoirs (z.B. "Superspreaders" (Superverbreiter), mögliche zoonotische Reservoirs, Bevölkerungsbewegungen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen), zur Bewertung der Effizienz und Angemessenheit von Infektionskontrollverfahren unter verschiedenen Pflege-, klinischen und Umweltbedingungen; - Ergänzende Forschungsunterstützung in den Bereichen Diagnose, Therapie und Prävention (einschließlich antivirale, präventive und therapeutische Impfstoffe und Vorbereitung von Immunoglobin für eine passive Immunisierung); - Entwicklung von Modellen für die Risikobewertung, Interventionsstrategien und Umsetzungs-/Bewertungsszenarien, einschließlich gesundheitswirtschaftlicher und sozialer Aspekte (u.a. Kosten-Nutzen-Analysen der verschiedenen Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitssektors wie z.B. Screening von Reisenden, schnelle Kontaktrückverfolgung, Informationen zu spezifischen Kategorien für wichtige neue oder im Entstehen befindliche übertragbare Krankheiten wie SARS), Durchführung von Forschungsmaßnahmen zur Information über die Risiken, um ausreichend Kenntnisse über die Risiken im Zusammenhang mit übertragbaren Krankheiten wie SARS zu fördern und die Diskriminierung und Überreaktionen in der Bevölkerung auf ein Minimum zu reduzieren. Im Aufrug werden die Instrumente spezifiziert, die in diesen Bereichen verwendet werden sollen. Sie erfordern die Anwendung von spezifischen gezielten Forschungsprojekten und Koordinierungsmaßnahmen. Antragstellern wird empfohlen, den vollständigen Ausschreibungstext unter der unten angegebenen Adresse zu konsultieren, um sich über die spezifischen Instrumente für die einzelnen Bereich zu informieren. Die gesamte vorläufige Mittelzuweisung für diese Ausschreibung beträgt 9 Millionen Euro.Die Ausschreibung ist abrufbar unter: http://fp6.cordis.lu/fp6/call_details.cfm?CALL_ID=84(öffnet in neuem Fenster)