Konferenzschlussfolgerungen stimmen mit Vorschlägen der Kommission zur Forscherlaufbahn überein
Falls die Europäische Kommission eine Bestätigung gebraucht haben sollte, dass sie sich im Hinblick auf ihre am 18. Juli angenommene Mitteilung zum Thema "Researchers in the European Research Area: one Profession, Multiple Careers" ("Forscher im Europäischen Forschungsraum: ein Beruf, vielfältige Laufbahnen") in die richtige Richtung bewegt, so sind die Schlussfolgerungen einer Konferenz zum gleichen Thema, die am 17. und 18. Juli in Florenz (Italien) stattgefunden hat, sicherlich sehr willkommen gewesen. "Viele der [Konferenz]-Schlussfolgerungen stimmen mit dem Inhalt der Mitteilung überein und sind in der Tat praktisch identisch mit diesem", so Raffaele Liberali, Direktor der Bereiche "der Faktor Mensch, Mobilität und Marie-Curie-Maßnahmen" innerhalb der GD Forschung der Kommission. Sowohl die Mitteilung als auch die Konferenz waren vorgesehen aufgrund der Meinung, dass die Art der Strukturierung der Forscherlaufbahnen in Europa es nicht ermöglicht, dass der Kontinent sein Forschungspotenzial voll nutzt. Die grundlegenden Themen sind die Notwendigkeit einer größeren Anzahl von Forschern und einer erhöhten Mobilität, sowohl zwischen Ländern als auch zwischen Hochschulen und der Industrie. Die Mobilitätshindernisse begrenzen die Karrieremöglichkeiten, die Forschern zur Verfügung stehen, und lassen den Beruf somit weniger attraktiv erscheinen. In der Mitteilung der Kommission werden Maßnahmen für vier Bereiche vorgeschlagen, erklärte Achilleas Mitsos, Generaldirektor der GD Forschung: Forscherausbildung und -finanzierung, Rekrutierungsverfahren, die vertragliche Dimension und Bewertungsmechanismen. Die konkreten Vorschläge umfassen die Einrichtung einer hochrangigen Gruppe zur Identifizierung von Beispielen guter Verfahren für Beschäftigungsmöglichkeiten wie intersektorale Mobilität, die Entwicklung einer "europäischen Forschercharta", eines Rahmens für die Laufbahnverwaltung von Humanressourcen in der Forschung, basierend auf freiwilliger Regulierung, und die Entwicklung eines "Verhaltenskodex für die Rekrutierung von Forschern" zur Verbesserung der Rekrutierungsmethoden. Der Leiter der externen Beratungsgruppe der Kommission für Marie-Curie-Maßnahmen Alexandre Quintanilha erklärte, dass sowohl die geografische als auch die fachübergreifende Mobilität von entscheidender Bedeutung für das Konzept einer wissensbasierten Gesellschaft, die realisiert werden soll, sei. Dieser Punkt wurde von Liberali wiederholt, der die passive Haltung vieler gegenüber dem Problem beklagte: "Wir können uns alle einig sein, dass wir die Situation ändern müssen, aber niemandem gelingt es, den Kern des Problems anzupacken und es zu lösen. Ich bin nicht immer sicher, ob die Hochschulen und die Industrie über das Niveau der kleinen Probleme hinaus zusammenarbeiten wollen." Christian Siegler von Eurodoc sprach ebenfalls die Lücke zwischen den Hochschulen und der Industrie an und sagte: "Die Sektoren müssen künftig in der Lage sein, sich gegenseitig so zu akzeptieren, wie sie sind. Fünf Jahre in der Industrie müssen als gleichwertig angesehen werden zu fünf Jahren an einer Hochschule." Die Mobilität zwischen den einzelnen Ländern müsse ebenfalls erhöht werden, waren sich die Konferenzteilnehmer einig. Viele sprachen von der Notwendigkeit, nicht von der Abwanderung von Wissenschaftlern, sondern von der Mobilität von Wissenschaftlern zu reden. Britische Universitäten sind bei der Anwerbung ausländischer Studenten am fortgeschrittensten. "Die britischen Fachrichtungen gehören zu den europäischsten in Europa", so Yves Mény, Leiter des Europäischen Hochschulinstituts. "Andere Nationalitäten sind wesentlich stärker vertreten als in anderen Ländern ["an anderen Universitäten]", erklärte er. "Wir sollten uns ansehen, was auf der anderen Seite des Kanals geschieht." Bezüglich der sich wiederholenden Diskussion darüber, ob es notwendig ist, bis zum Jahr 2010 700.000 Forscher zusätzlich zur Verfügung zu stellen, um die Forschungsausgaben auf drei Prozent des BIP in Europa zu erhöhen, wie von der Kommission vorgeschlagen, forderte Dr. Mitsos, weniger zu reden und mehr zu handeln: "Ich bin ebenfalls Akademiker und mag es, etwas zu Ende zu denken, bevor ich etwas vorschlage, aber wir brauchen dringend Forscher. Wir müssen jetzt etwas tun." Diese Meinung teilte auch Conor O'Carroll von der "Conference of Heads of Irish Universities". Dr. O'Carroll bezeichnete das Ziel als einen Katalysator, "nicht nur ein numerisches Ziel", und fügte hinzu: "Es ist mir egal, wie viele wir brauchen - es ist eine große Anzahl." Dr. Mitsos forderte die Wissenschaftsgemeinschaft und die Regierungen der Mitgliedstaaten zur Zusammenarbeit auf, um das Problem anzugehen. Die Mitteilung "schlägt eine Reihe von Möglichkeiten zur Einleitung einer strukturierten Debatte vor", erläuterte Dr. Mitsos. Die Entscheidungen können nicht in Brüssel getroffen und woanders angewandt werden. Auch Dr. Liberali forderte eine Beteiligung der Wissenschaftler: "Wir sollten die Neugier der Wissenschaftler nutzen, um Antworten auf diese Probleme zu finden", sagte er.
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