Busquin: Internationale Zusammenarbeit zur Räumung der Landminen weltweit erforderlich
Der EU-Kommissar für Forschung, Philippe Busquin, hat zu einer verstärkten Synergie zwischen Forschern und Experten auf dem Gebiet der Minenräumtechnologie aufgerufen, um das willkürlich verursachte Leid durch detonierte Minen zu beenden. Angaben zufolge werden jedes Jahr 15.000 Menschen durch Landminenexplosionen verwundet und 20.000 Menschen getötet. Auf einer Konferenz über die Ortung von Landminen am 15. September sagte Busquin den Delegierten, dass solche Zahlen unentschuldbar seien, insbesondere wenn man die Fortschritte auf dem Gebiet der Minenräumtechnik in Betracht ziehe. "Wir können nicht akzeptieren, dass das Blutvergießen duch Landminen weitergeht und niemand darüber spricht", sagte der Kommissar. "Es wurden beträchtliche technologische Fortschritte erzielt [...] aber es bleibt noch einiges zu tun, um mit dem vorhandenen Fachwissen neue Minenräuminstrumente zu schaffen. Dies erfordert ein konzertiertes Vorgehen der internationalen Geber, Fachleute aus Forschung und Entwicklung und insbesondere der Minenräumspezialisten, die vor Ort arbeiten." Auf Europa bezogen wies Busquin auf das wachsende Forschungsinteresse in Bezug auf Lösungen für die Landminenortung hin. "In den letzten sieben Jahren wurde die EU zu einem der wichtigsten Geber der internationalen Forschung zur Unterstützung der Minenräumung für humanitäre Zwecke", sagte er. Die Kommission hat über 200 Millionen Euro für die Minenräumung ausgegeben, darunter mindestens 33 Millionen Euro für die Entwicklung neuer Minenräumtechniken. Für diese Priorität werden in den nächsten vier Jahren noch weitere Mittel bereitgestellt. Ein gutes Beispiel für eine EU-Initiative, die internationale Experten auf dem Gebiet der Minenräumung zusammenbringt, ist ein von der Gemeinsamen Forschungsstelle eingeführtes Projekt mit dem Titel "Test und Evaluierung von Technologien für die humanitäre Minenräumung". Im Rahmen des Projekts werden Einrichtungen für Tests und Evaluierungen zur Verfügung gestellt, und es fördert die Festlegung von Standards für Tests und Evaluierungen. Einer der Hauptbereiche ist die Bewertung der Zuverlässigkeit der Minenräumausrüstung, insbesondere der Metalldetektoren - eines der im Handel am meisten verbreiteten Instrumente, das von Minenräumexperten für die manuelle Minenräumung eingesetzt wird. Um die Arbeit des GFS-Projekts voranzutreiben, hat die Kommission kürzlich ein Abkommen des Europäischen Komitees für Normung (CEN) unterzeichnet, mit dem gewährleistet werden soll, dass Metalldetektoren entsprechend einer Reihe von gemeinsamen europäischen Normen bewertet und getestet werden.