Frauen in der Wissenschaft verzeichnen höhere Zuwachsrate als Männer
Neue Statistiken über die Ausbildung und die Beschäftigung in der Wissenschaft zeigen, dass Frauen zwar weiterhin in der Minderheit sind, aber eine höhere Jahreswachstumsrate als Männer aufweisen. In "She Figures 2003" wurden verschiedene Daten über in der öffentlichen Forschung tätige Frauen zusammengetragen, wobei das Dienstalter, die Verteilung der Forschungsmittel und die Vertretung in wissenschaftlichen Gremien berücksichtigt wurden. "Diese Fortschritte sind hochwillkommen und ermutigend. Trotzdem sollten wir weiter wachsam bleiben", schreibt EU-Forschungskommissar Philippe Busquin im Vorwort des Berichts. 2001 lag der Anteil der Frauen in der Forschung im öffentlichen Sektor bei 34 Prozent. Dies ist nach 32 Prozent im Jahr 1999 zwar nur ein kleiner Anstieg, aber die Wachstumsrate liegt bei Frauen mit 8 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Männern (3,1 Prozent). Aus den Ergebnissen ergeben sich ausgeprägte geschlechtsspezifische Muster. So sind Frauen in der Technik und den Naturwissenschaften nach wie vor unterrepräsentiert, stellen aber in vielen Ländern die Mehrheit der Forscher in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Allerdings gibt es auch in diesen Bereichen relativ wenige Frauen in Führungspositionen. "In der Tat scheint es eine ausgeprägte Zweiteilung zu geben, was die Laufbahnen von Männern und Frauen in Lehre und Forschung anbelangt", heißt es in She Figures. 2000 waren 31 Prozent der Beschäftigten Frauen, aber nur 13,2 Prozent der Führungspositionen in diesem Bereich waren von Frauen besetzt. Allerdings bedeutet dies auch hier einen Anstieg um fast zwei Prozent gegenüber 1999. Die Vertretung von Frauen in wissenschaftlichen Gremien von Akademien und Hochschulen gibt Aufschluss über die Beteiligung der Frauen am wissenschaftlichen Entscheidungsprozess. 2001 machten Frauen mit Ausnahme von Portugal in allen EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern weniger als die Hälfte der Mitglieder der Gremien aus. In Belgien, Deutschland, Luxemburg, Österreich, Bulgarien, Zypern, der Tschechischen Republik und Estland waren es sogar weniger als 15 Prozent. Die Zahlen über die Vergabe von Forschungsmitteln zeigen, dass männliche Antragsteller stets etwas erfolgreicher waren als weibliche. Eine Ausnahme von dieser Regel sind Dänemark, Irland, die Niederlande, Finnland, Zypern und Island, während Frauen im VK die niedrigsten Erfolgsraten bei Forschungsmitteln aufweisen. She Figures soll die vorhandene Basis an deskriptiven Statistiken verbreitern und basiert auf der zweijährigen Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und Statistik-Beauftragten der Helsinki-Gruppe "Frauen und Wissenschaft".