Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Parlament fordert Chancengleichheit in der Informationsgesellschaft

Das Europäische Parlament hat mit überwältigender Mehrheit einen Bericht über Frauen in der Informationsgesellschaft angenommen, in dem die Kommission und die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, Maßnahmen zur Sicherstellung von Chancengleichheit im Bereich Informations- und K...

Das Europäische Parlament hat mit überwältigender Mehrheit einen Bericht über Frauen in der Informationsgesellschaft angenommen, in dem die Kommission und die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, Maßnahmen zur Sicherstellung von Chancengleichheit im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) festzulegen. Der Bericht des griechischen MdEP Anna Karamanou wurde auf einer Plenarsitzung am 6. November in Brüssel mit 414 Stimmen bei 18 Gegenstimmen und 49 Enthaltungen angenommen. In dem Dokument werden die "enttäuschenden Zahlen" in Bezug auf die Anzahl von Studentinnen und Unternehmerinnen im IKT-Sektor angegangen. Besonders besorgniserregend für das Parlament ist die Möglichkeit, dass bestimmte Gruppen aus der Informationsgesellschaft ausgeschlossen werden könnten, wie z.B. ältere Frauen, Frauen mit Behinderungen und Frauen ethnischer Minderheiten. Um die Entstehung einer Informationsgesellschaft der zwei Geschwindigkeiten zu verhindern, werden der Rat, die Kommission und die Mitgliedstaaten in dem Bericht aufgefordert, eine Reihe zielgerichteter Initiativen durchzuführen. Die weitreichendste dieser Initiativen ist die Aufforderung zur Umsetzung von Maßnahmen zur Chancengleichheit in Bereichen wie Berufsausbildung, lebenslanges Lernen und gerechte Verteilung der familiäreren Pflichten, um Frauen den Zugang zur Informationsgesellschaft zu erleichtern. Mit der Festlegung dieser und anderer Initiativen müssen politische Entscheidungsträger "die uneingeschränkte Beteiligung von Frauen an der Planung und Beschlussfassung über Maßnahmen betreffend die Informationsgesellschaft sicherstellen". Darüber hinaus sollten Frauen eine gleichberechtigte Rolle bei der Regelung und Verwaltung des IKT-Sektors spielen, so der Bericht. Im gesamten Bericht werden die Kommission und die Mitgliedstaaten aufgefordert, pro-aktive Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Probleme zu ergreifen. Die Botschaft lautet, dass Behörden und Beteiligte die Einbeziehung von Frauen suchen sollen, statt darauf zu warten, dass diese sich an sie wenden. Die erste Gelegenheit für MdEP zu bewerten, wie aufgeschlossen die anderen EU-Institutionen ihren Vorschlägen gegenüber sind, wird sich auf dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft im Dezember in Genf bieten. Der Bericht ruft die Kommission und den Rat auf, auf dieser Veranstaltung praktische Vorschläge für die Chancengleichheit vorzulegen. Schließlich wird gefordert, im Rahmen der gemeinschaftlichen sowie der einzelstaatlichen Entwicklungspolitiken Gleichberechtigungsmaßnahmen zu ergreifen und der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Ausbildung von Frauen und Mädchen als die nachhaltigste Entwicklungsmaßnahme in Entwicklungsländern gilt, insbesondere die "Vorteile der IKT für Frauen [...] bei den Formen des Informationstransfers in den Bereichen Gesundheit, Ausbildung/Aufklärung, Nahrungsmittelerzeugung und Umweltwissen".