Forschungsminister und Kommission diskutieren über Teilnahme der Beitritts- und Bewerberländer am RP6
Minister aus Beitritts- und Bewerberländern der EU trafen am 28. November mit Forschungskommissar Philippe Busquin zusammen, um über die Ergebnisse der ersten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) zu diskutieren. Das Treffen gab den Ministern die Gelegenheit, Themen anzusprechen, die ihrer Meinung nach in zukünftigen Aufforderungen berücksichtigt werden sollten. Eine Ergebnisbewertung der ersten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen zeigt, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die Zahl der aus Beitritts- und Bewerberländern kommenden Vorschläge zu erhöhen. Nur 12,7 Prozent der nach der ersten Aufforderungsrunde eingereichten Vorschläge stammten aus diesen Ländern. Busquin räumte zwar ein, dass noch mehr getan werden müsse, betonte jedoch auch, dass dies bereits eine "erhebliche Verbesserung" der Statistiken für das RP5 bedeute und illustriere, dass "die von den Beitritts- und Bewerberländern unternommenen Anstrengungen hinsichtlich einer Sensibilisierung bereits Früchte tragen". Die in diesen Ländern durchgeführten Maßnahmen beschränken sich nicht auf die Sensibilisierung. Die ungarische Regierung konzentriere sich zurzeit darauf, die ungarische angebotsorientierte wissenschaftliche Infrastruktur in ein nachfrageorientiertes System umzuwandeln, erläuterte Andras Siegler, Chefberater des ungarischen Bildungsministeriums. Dies erfolge durch eine Umstrukturierung von Finanzierungsprogrammen, sagte er. "Es gibt ein enormes Potenzial in den Beitrittsländern und es muss so genutzt werden, dass die gesamte europäische Wirtschaft in Bezug auf die USA wettbewerbsfähig wird", resümierte Siegler. Im Namen Polens betonte Wissenschaftsminister Michal Kleiber, dass die Beitritts- und Bewerberländer bereits zahlreiche Erfahrungen gesammelt hätten und dass sie nicht die Achillesferse der EU-Forschung seien: "Wir haben zwar Schwächen, sind jedoch davon überzeugt, dass wir diese Schwächen nicht auf andere Länder übertragen, sondern überall zum Fortschritt beitragen." Forscher aus Beitritts- und Bewerberländern waren an 40 Prozent aller Vorschläge beteiligt. Die höchsten Teilnehmerzahlen gab es bisher in den Bereichen Nanotechnologie, Informationsgesellschaft sowie nachhaltige Entwicklung, globale Veränderungen und Ökosysteme. Die geringste Beteiligung war in den Bereichen Luft- und Raumfahrt zu verzeichnen.
Länder
Bulgarien, Zypern, Tschechien, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Malta, Polen, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Türkei