Bekämpfung des Brain Drain: eine rumänische Einschätzung
Dan Dascalu, CEO des rumänischen Instituts für F&E (Forschung und Entwicklung) in Mikrotechnologien, erläuterte gegenüber CORDIS-Nachrichten seine Bedenken in Bezug auf den Brain Drain und was sein Land dagegen unternimmt. Laut Professor Dascalu ist der Brain Drain ein "wirkliches Problem in Rumänien und anderen Ländern in Osteuropa", doch er ist zuversichtlich, dass die Umsetzung eines Europäischen Forschungsraums (EFR) zur Lösung des Problems beitragen wird. "Der EFR ist eine Lösung, weil er eine europäische Karriere für Forscher anstrebt und nicht versucht, die Menschen im Land zu halten", so Professor Dascalu gegenüber CORDIS-Nachrichten. Langfristig gesehen sei es allerdings wünschenswert, dass Forscher in ihr Heimatland zurückkehren, fügte er hinzu. Professor Dascalu ist davon überzeugt, dass die Initiative NanoLINK einen Anreiz für rumänische Forscher darstellen wird, sodass sie in ihrem Heimatland bleiben. NanoLINK ist ein Internetforum und Netzwerk, das Interessengruppen aus Forschung, Bildung und Industrie zusammenbringt. Die Initiative wurde am 10. Dezember gestartet. Eine weitere Initiative ist das Institut, an dem Professor Dascalu als CEO tätig ist. "Es sind vor allem die jungen Wissenschaftler, die an eine Beschäftigung im Ausland denken. Unser Institut ist jung und wir haben sehr viele junge Forscher. Wir haben zwar schon Hunderte verloren, doch das Durchschnittsalter der Forscher am Institut ist nun 36." Dagegen beträgt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter an der Politehnica Universität, der Hochschule, an der Professor Dascalu unterrichtet, 54 Jahre. "Man hat das Gefühl, dass sich die Lage verbessert. Doch dies ist eine Ausnahme und nicht die Regel", sagte Professor Dascalu. Professor Dascalu wünscht sich eine Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und nationalen Behörden, um eine langfristige Strategie zu entwickeln, die nicht nur dem Brain Drain entgegenwirkt, sondern auch die Leistung und das Potenzial der Forschung in Rumänien und anderen Beitritts- und Bewerberländern verbessern soll. "Die Kommission kann ein guter Ratgeber sein", sagte der Professor. "Sie könnte Lösungen vorschlagen und Beispiele aufzeigen." Es sei wichtig, dass lokale und regionale Behörden beteiligt werden, da "es keine einheitliche Lösung für alle Länder gibt - die Kultur und der Grad der Entwicklung unterscheiden sich von Land zu Land", fügte er hinzu.
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Rumänien