EU liegt laut Bericht aufgrund von Mangel an IKT-Wissen hinter USA zurück
Ein vom britischen Konjunkturforschungsinstitut Economist Intelligence Unit (EIU) veröffentlichter Bericht ergibt, dass die europäische Wirtschaft der amerikanischen Wirtschaft hinterherhinkt, da sie es nicht schafft, IT-Fertigkeiten, Innovation sowie Forschung und Entwicklung (FuE) zu entfalten. Eine Untersuchung mit dem Titel "Der Lohn der IKT [Informations- und Kommunikationstechnologie]: Europas schwere Aufgabe der Produktivität" fordert die europäischen Länder auf, ihre Investitionen in die Technologie besser zu nutzen, wenn sie den USA gegenüber wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die in den Jahren 1995 bis 2001 erfolgte, EU-weite Investition von 1,9Billion Euro in die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) habe weder bei der Produktivität noch beim wirtschaftlichen Wachstum zu einer Steigerung geführt, so der Bericht. "Diejenigen, die möchten, dass die Europäische Union ihr Lissabon-Ziel erreicht, die USA innerhalb eines Jahrzehnts einzuholen, werden enttäuscht sein, weil das nicht passieren wird," stellt Laza Kekic fest, Direktor für Länderprognose bei der EIU. Zwischen 1995 und 2002 lag das durchschnittliche jährliche Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf um 0,52 Prozentpunkt höher als das in Frankreich, Deutschland und Italien. Laut EIU macht die effektive Nutzung von IKT in den USA 0,4 Prozentpunkte dieses Unterschieds aus. Ferner sagt der Bericht voraus, dass diese Lücke in den nächsten Jahren bestehen bleibt. "Das Problem ist nicht ein Mangel an Investitionen in IKT von Seiten der europäischen Unternehmen und Regierungen," sagte Daniel Franklin, Redaktionsleiter bei der EIU, in einer Erklärung. "Die Forschungsergebnisse lassen eher vermuten, dass die Defizite in den europäischen Politiken und Geschäftspraktiken Europa davon abhalten, die von den USA erzielten Produktivitätsleistungen verkünden zu können." Die USA übertreffen alle Länder in der Qualität ihrer IKT-Infrastruktur. Jedoch folgen ihnen Schweden, Dänemark und Finnland sowie auch das Vereinigte Königreich, Norwegen und die Niederlande dicht auf. Deutschland, Frankreich und Italien hingegen liegen weit zurück. Sie nehmen unter den 26 untersuchten Ländern die Ränge 18, 17 bzw. 22 ein. Der Untersuchung zufolge liegt das größte Hindernis für eine Maximierung der Vorteile der IKT an den mangelnden IKT-Kenntnissen der Geschäftsleitungen. Die Untersuchung legt außerdem nahe, dass viele europäische Länder ohne politische und kulturelle Änderungen nicht in der Lage sein werden, von ihren Investitionen in IKT zu profitieren.
Länder
Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Schweden, Vereinigtes Königreich