Britische Studie: Zusammenhang zwischen Darmkrebs und Diabetes
In einer britischen Studie, bei der untersucht wurde, ob ein abnormaler Glukosemetabolismus das Darmkrebsrisiko erhöht, wurde herausgefunden, dass bei Menschen mit Diabetes die Wahrscheinlichkeit, an dieser Krebsart zu erkranken, um das Dreifache erhöht sein könnte. Der britische Zweig der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer) testete 9.600 Männer und Frauen im Alter zwischen 45 und 79 Jahren und prüfte sechs Jahre später erneut ihren medizinischen Zustand. 67 Personen waren mittlerweile an Darmkrebs erkrankt. Bei diesen 67 handelte es sich um die Personen mit dem höchsten Blutzuckerspiegel. Wissenschaftler rechneten aus, dass bei ihnen im Vergleich zu Menschen mit einem sehr niedrigen Blutzuckerspiegel das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, drei Mal höher liegt. Der leitende Forscher der Studie, Professor Kay-Tee Khaw von der Universität Cambridge, erklärte, dass "die Studie zeigt, dass hohe Blutzuckerspiegel, selbst wenn sie unter einem als Diabetes diagnostizierten Blutzuckerspiegel liegen, mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung stehen könnten. Es muss noch weitere Forschung betrieben werden, doch wenn sich die Ergebnisse unserer Studie bestätigen, wären sie für die Entwicklung von Präventionsstrategien sehr wichtig." In der Studie wurde außerdem festgestellt, dass die Tendenz bei Männern stärker ausgeprägt ist als bei Frauen. Tatsächlich nahm die Darmkrebs-Erkrankungsrate bei Männern in den letzten 20 Jahren um jeweils ein Prozent pro Jahr zu. "Die Forschung bietet ein Potential für die Identifizierung zukünftiger Behandlungen sowie für das Screening", erklärte Professor Khaw. Er fügte hinzu: "Wir denken, dass es allgemeine Faktoren in Bezug auf den Lebensstil gibt, die offensichtlich sowohl für Diabetes als auch für Darmkrebs anfällig machen, wie z.B. Ernährung oder physische Aktivität." Schätzungsweise wären zwei Drittel der Fälle durch eine Veränderung der Ernährung vermeidbar (u.a. mehr Ballaststoffe und weniger Fett). Professor Robert Souhami von Cancer Research UK, die das Projekt gemeinsam mit dem Medical Research Council finanzierte, erklärte: "Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten und stellt die zweithäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen dar. Daher steht Darmkrebs im Forschungsplan an oberster Stelle und jegliche Informationen, die zur Formulierung von Präventionsstrategien beitragen, sind willkommen."
Länder
Vereinigtes Königreich