EU bereitet Strategie zur Sicherung des ITER-Standorts in Europa vor
EU-Forschungskommissar Philippe Busquin appellierte am 16. Juni an die Medien, "die Nachricht zu verbreiten", dass "Europa der ideale Standort" für den Internationalen Thermonuklearen Experimental-Reaktor (ITER) sei. Seit Ende 2003 streiten Japan und die EU um den Standort des geplanten, zehn Milliarden Euro teuren Reaktors. "Wir sind nicht wirklich verfeindet, aber eine gewisse Konkurrenz lässt sich nicht leugnen", erklärte Busquin. In dem Versuch, einen Ausweg aus der Pattsituation zu finden, soll Japan nun angeblich zusätzliche 100 Milliarden Yen (750 Millionen Euro) geboten haben, um sich den ITER zu sichern. Busquin erläuterte, dass verschiedene europäische Minister am 14. Juni zu einem informellen Treffen zusammengekommen sind, um die Position der EU für das nächste Treffen auf internationaler Ebene am 18. Juni in Wien zu besprechen. "Die Minister einigten sich darauf, dass sie mit einem gewissen Handlungsspielraum leben können, wenn dies bedeutet, dass wir Europa als ITER-Standort auf der Sitzung in Wien verteidigen können", fügte der Kommissar hinzu und räumte damit ein, dass ein Gegenangebot der EU eine entfernte Möglichkeit sei. Er sprach ferner davon, den ITER in einem "größeren Zusammenhang" der Kernfusion zu sehen. Acht der neun Kriterien, die bei der wissenschaftlichen Bewertung der beiden möglichen Standorte - einer in Cadarache, Frankreich, der andere in Rokkasho-mura, Japan - sprachen für den französischen Standort, das neunte Kriterium "Verkehrsanbindung" sei fraglich gewesen, so Busquin. "Die Medien sollten der Öffentlichkeit mitteilen, dass Europa der optimale Standort ist. Der ITER wäre in Europa am besten aufgehoben", fügte er hinzu.
Länder
Frankreich, Japan