EU stellt Upgrade für paneuropäisches Forschungsnetzwerk bereit
Am 2. September kündigte die Europäische Kommission die Bereitstellung von Finanzmitteln in Höhe von 93 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren für ein Upgrade des europäischen, weltweit führenden Kommunikationsnetzwerks für Forschung und Bildung GÉANT an. Das Projekt wird damit unter dem Sechsten Rahmenprogramm der EU finanziert und zielt darauf ab, die Hochleistungsdienste des Netzwerks zu verbessern und Forschern von Island bis zum Kaukasus ihre eigenen "Wellenlängen" bereit zu stellen. Das Upgrade umfasst auch eine durchgehende Konnektivität, um Wissenschaftlern direkten Zugang zu GÉANT und den nationalen europäischen Forschungsnetzwerken zu gewähren, sowie Mobil- und Roaming-Dienste, über die Forscher unabhängig von ihrem jeweiligen Standort jederzeit eine Verbindung zu GÉANT herstellen können. "Über die Bereitstellung einer hochmodernen Kommunikationsarchitektur für Wissenschaftler aus der gesamten EU, deren Leistung den Diensten des heutigen kommerziellen Internet weit überlegen ist, ist die EU in der Lage, sich innovativ und wettbewerbsfähig zu präsentieren - eine Fähigkeit, die für Produktivität und Wachstum unerlässlich ist", erklärte Olli Rehn, EU-Kommissar für Unternehmen und Informationsgesellschaft. "Die Tatsache, dass die Industrie die derzeitige Architektur und das aktuelle Design von GÉANT übernommen hat, ist ermutigend und zahlt sich bereits aus. Ab dem ersten Quartal 2005 werden über die verbesserte GÉANT-Netzwerkinfrastruktur erweitere Kommunikationstechnologiedienste zur Verfügung stehen. Damit einhergehen sollte eine neue Welle der Innovation in der Informations- und Kommunikationstechnologie, die zu einer effizienteren und kostenwirksameren Bereitstellung von Internet-Diensten für die Bürger führen wird", so Rehn weiter. GÉANT und die nationalen Forschungs- und Bildungsnetzwerke (NREN) stellen die Backbone-Infrastruktur für die Forschungskommunikation in 34 europäischen Ländern zur Verfügung und ermöglichen Forschern aus diesen Ländern eine neue Form der Zusammenarbeit mittels Zugriff auf einen Pool aus Ideen, Daten und Rechnerleistung. GÉANT unterstützt schon heute die von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) eingesetzten modernen Kooperationstools und hat bei der Förderung der Annahme des Internetprotokolls IPv6 eine entscheidende Rolle gespielt. Über dieses Protokoll erhalten mehr Menschen Zugang zu modernen Internet-Diensten. "Das Upgrade des GÉANT-Netzwerks wird über DANTE [Delivery of Advanced Network Technology] koordiniert und basiert auf einer "Hybridarchitektur", die weltbeste Technologien aus der Telefonie (Switching) und dem Internet (Routing) auf sich vereint", erläuterte die Europäische Kommission. Der Beitrag der Europäischen Kommission wird auf unter 50 Prozent des Gesamtbudgets für das Projekt geschätzt. Der verbleibende Finanzbedarf wird von den Teilnehmerländern gedeckt.