Frankreich und Großbritannien finanzieren Krebsforschung
Der britische Gesundheitsminister John Reid und der französische Forschungsminister François d'Aubert haben eine neue Initiative ins Leben gerufen, um die Erforschung neuer Krebsbehandlungen zu fördern. Die beiden Länder gaben beim Entente Cordiale Cancer Research Summit am 9. Oktober in London ihre Entscheidung bekannt, 1,6 Millionen Euro pro Jahr zur Finanzierung von 15 internationalen Forschungsstipendien bereitzustellen. Mit den Geldern wird die Kooperation zwischen Forschern aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA und Kanada gefördert, so dass diese in Laboratorien außerhalb ihres Heimatlandes arbeiten können, um die Forschung in Richtung neuer und besserer Behandlungen für Krebspatienten voranzubringen. "Krebs bleibt für die Regierung eine der obersten Prioritäten und wir machen bei der Bekämpfung einer der häufigsten Todesursachen in Großbritannien große Fortschritte - seit 1997 ist die Sterberate der unter 75-jährigen um mehr als zehn Prozent gesunken", sagte Reid in einer Erklärung. "Die neuen Fördermittel bedeuten, dass unsere Spitzenwissenschaftler ihr Fachwissen und ihre Kenntnisse mit Krebsspezialisten in Frankreich, den USA und Kanada austauschen können, um neue und bessere Behandlungen zu entwickeln und dazu beizutragen, noch mehr Leben zu retten." Das britische Gesundheitsministerium und das nationale französische Krebsinstitut (INCa) werden jeweils 325.000 Euro jährlich für die britischen und französischen Forschungsstipendiaten bereitstellen. Das Vereinigte Königreich wird außerdem 492.000 Euro in sechs britisch-amerikanische Forschungsstipendien sowie drei britisch-kanadische Forschungsstipendien in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen National Cancer Institute und den Canadian Institutes of Health Research fließen lassen. "Die Einrichtung dieser gemeinsamen Forschungsstipendien in der sog. translatorischen Krebsforschung zeigt, dass unsere Länder in der Entschlossenheit vereint sind, eine Krankheit zu bekämpfen, an der weltweit pro Jahr über 6,2 Millionen Menschen sterben", erklärte Professor David Kerr, Director des britischen National Translational Cancer Research Network (NTRAC). "Ich kann mir keinen besseren Weg vorstellen, die Entente Cordiale zu feiern, als mit dieser Initiative zur Förderung der länderübergreifenden Krebsforschung. Zu den Zielen von NTRAC gehören die Bereitstellung eines Forums für weltweites Lernen sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit mit anderen Ländern wie z.B. dem restlichen Europa, den USA und Kanada. Das System eines gemeinsamen Forschungsstipendiums ist eine hervorragende Art, diese Ziele zu erreichen", fügte er hinzu. "Es handelt sich hier um das erste gemeinsame Programm, dass durch das INCa - eine neue nationale Institution, die von Präsident Jacques Chirac geschaffen wurde, um sämtliche Aspekte eines ehrgeizigen, patientenorientierten Krebsbekämpfungsprogramms zu koordinieren, bewerten, bestätigen und finanzieren - unterzeichnet wird", erklärte Professor David Khayat, Leiter des INCa. "Es unterstreicht unseren Willen, Partnerschaften in und außerhalb von Europa im Kampf gegen den Krebs zu schließen. Die Stipendien sind für junge Forscher bestimmt, was von großer Bedeutung ist, da sehr viele Hoffnungen auf den Fähigkeiten zukünftiger Generationen liegen, neue Konzepte und Ideen für eine wirksamere Bekämpfung von Krebs zu entwickeln." Die dreijährigen Forschungsstipendien beginnen im Herbst 2005.
Länder
Kanada, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten