Schweden eröffnet neues medizinisches Forschungszentrum in Singapur
Schwedens größte medizinische Universität, das Karolinska-Institut, eröffnete am 13. Oktober ihre erste ausländische Niederlassung an der National University of Singapore. Die beiden Institute arbeiten bereits seit fünf Jahren im Rahmen verschiedener Projekten zusammen. Das neue Institut soll nun den Weg für weitere Forschungskollaborationen ebnen in Bereichen wie der bevölkerungsbasierten epidemiologischen Forschung, der Geweberegeneration in der Zahnmedizin, Brustkrebs, Allergien bei Kindern, der Erforschung der Steuerung des Immunsystems sowie der Auswirkungen westlicher und asiatischer Ernährung auf die Anfälligkeit für Darmkrebs. "Das KI arbeitet bereits seit vielen Jahren mit anderen Universitäten und Forschungsinstituten zusammen, wir haben jedoch Singapur für die Einrichtung unserer ersten Niederlassung im Ausland ausgewählt, weil es sich hierbei um den Forschungsmittelpunkt der Region handelt", erklärte die Präsidentin des Karolinska-Instituts Professor Harriet Wallberg-Henriksson. Das 1810 gegründete Karolinska-Institut zählt zu den größten medizinischen Universitäten in Europa mit 320 Professoren, 150 Lehrbeauftragten und 2.500 Doktoranden. Die erforderlichen Ressourcen, um die Führungsposition in der medizinischen Forschung zu behaupten, stehen jedoch in Schweden nicht zur Verfügung, da die größten Investitionen in Asien erfolgen. "Wir müssen hier präsent sein", erklärte Professor Wallberg-Henriksson. Ein gemeinsames Doktorandenprogramm in Molekularmedizin wurde bereits eingerichtet. Im Rahmen dieses Programms mit dem Titel GAME (Genetic And Molecular Epidemiology) werden die Studenten einen Abschluss von beiden Universitäten erhalten. Der nächste Schritt, so der wissenschaftliche Vorstand des Karolinska-Instituts Professor Jan Carlstedt-Duke, ist die Einrichtung der Forschungslaboratorien des Instituts in Singapur. Professor Wallberg-Henriksson, die erste weibliche Präsidentin des Karolinska-Instituts, nutzte diese Gelegenheit, um weitere Anstrengungen dahingehend zu fordern, Frauen dabei zu helfen, in die höchsten Ebenen der Forschung aufzusteigen, die immer noch von Männern dominiert werden. In einem Interview mit der singapurischen Zeitung The Straits Times erklärte Professor Wallberg-Henriksson: "Bei meinen diversen Reisen zu internationalen Konferenzen und bei der Teilnahme an verschiedenen Vorstandssitzungen musste ich immer wieder feststellen, dass ich die einzige Frau oder eine von sehr wenigen Frauen war. Dies bedeutet, dass wir wirklich etwas verpassen, denn wenn man in der Wissenschaft 50 Prozent der Bevölkerung einfach nicht beachtet, verpasst man 50 Prozent guter Ideen." Am Karolinska-Institut, erklärte sie, sei die Zahl der Männer und Frauen auf Doktorandenebene in etwa gleich, anschließend nehme die Zahl der Frauen jedoch drastisch ab, da nur 17 Prozent der weiblichen Doktoren zu Professoren ernannt würden. "Man kann dies mit einer undichten Leitung vergleichen. Frauen treten aus dem System aus und verschwinden", erläuterte sie gegenüber The Straits Times. Professor Wallberg-Henriksson forderte Maßnahmen wie z.B. die Einrichtung einer Taskforce, um Wege zu finden, die Kluft zu schließen, die Einrichtung eines Tutorenprogramms für jüngere Frauen oder die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für Abteilungen, die Frauen zu Professoren ernennen. Dies werde einen Prozess beschleunigen, der anderenfalls 50 Jahre dauern werde, erklärte sie.
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Schweden, Singapur