Schröder wirbt für GVO
Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Deutschen zu mehr Offenheit im Umgang mit der Gentechnik aufgefordert. Bei einer Festveranstaltung des Konvents für Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften (Acatech) warnte Schröder davor, dass die Technikskepsis der Position Deutschlands auf dem Weltmarkt schade. "Es gibt in Deutschland keine Technikfeindschaft, aber eine enorme Zurückhaltung bei der Umsetzung der Bio- und Gentechnologie", wird Schröder von der Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert. Im Unterschied zu den Amerikanern dächten die Deutschen zuerst an Risiken, dann an Chancen, erklärte Schröder und fügte hinzu, dass er sich wünsche, dass aus der Mitte der Gesellschaft heraus ein neues Bewusstsein für die Möglichkeiten der Gentechnik wachse. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet weiter, der deutsche Bundeskanzler habe beklagt, dass es auch im Deutschen Bundestag eine zu restriktive Haltung gegenüber gentechnisch veränderten Organismen (GVO) gebe, die sich aus dem Gedankengut der Umweltbewegung, traditioneller Technologieskepsis und aus christlicher Motivation speise. "Das bringt uns in eine Situation, die uns auf den Weltmärkten schwächt und Innovationen nicht befördert", sagte der Bundeskanzler. "Diese Situation bedarf einer neuen Diskussion", so Schröder weiter. Er betonte, dass sich die deutsche Gesellschaft in einer wichtigen Umbruchphase befinde, in der "soziale Reformen mit vielen Schmerzen nötig sind, deren positive Wirkungen erst mit Zeitverzögerung eintreten werden".
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