Die besten europäischen Regionen für Exzellenz im Innovationstransfer ausgezeichnet
Sechs Mitglieder des PAXIS-Netzes für innovative Regionen wurden am 6. Dezember in Stuttgart, Deutschland, gewürdigt, eine von ihnen wurde ganz besonders mit einer Ehrung für herausragende Leistungen ausgezeichnet. PAXIS (pilot action of excellence on innovative start-ups, Pilotaktion für Spitzenleistungen bei innovativen Neugründungen) wird im Rahmen der Aktivität "Forschung und Innovation" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) gefördert und unterstützt Gründung und Weiterentwicklung innovativer Unternehmen in ganz Europa. PAXIS fördert insbesondere den Transfer lokaler und regionaler Innovationsexzellenz und bietet den Innovationsakteuren eine Plattform für Zusammenarbeit und Wissensaustausch. Das Programm bezuschusst thematische Netzwerke, Projekte und begleitende Maßnahmen. Der Preis für "Exzellenz beim Innovationstransfer" wurde an sechs der 22 Regionalmitglieder von PAXIS verliehen, nämlich Emilia-Romagna, Helsinki, Karlsruhe, Oxfordshire, Rhône-Alpes und Stuttgart. Die Jury entschied, dass die Region Emilia-Romagna noch einen Ehrenpreis für ihre zahlreichen Tätigkeiten auf dem Gebiet der Innovation, darunter 12 erfolgreiche Transferprogramme, erhalten sollte. Verdiana Bandini aus der Emilia-Romagna erklärte CORDIS Nachrichten, dass sie in dem Preis eine Anerkennung des Erfolgs der Region bei der Schaffung einer Umgebung, die Innovation begünstigt, sieht, vor allem in Bezug auf die große Anzahl von innovativen Neugründungen. Frau Bandini meinte: "Wir haben das regionale Umfeld analysiert, um herauszufinden, was gebraucht wird und was Erfolg haben könnte. Wir haben nicht jede Praxis für sich, sondern alles in einem regionalen Kontext analysiert. Wir haben viel dafür getan, lokale Akteure in den Prozess einzubinden, sowohl um sie zu informieren, als auch um ihnen eine Vernetzung zu ermöglichen." Eine sehr erfolgreiche Initiative war die Veranstaltung von Studienbesuchen mit wichtigen lokalen Akteuren. Dieser Austausch brachte eine Reihe neuer Initiativen hervor, darunter ein Zusammenarbeitsabkommen zwischen einem Inkubator in der italienischen Region und einem anderen in Frankreich. Inkubatoren in Frankreich sind häufig das, was die anderen Länder als "Vor-Inkubatoren" ansehen, und die französischen Partner wollten anhand der Erfahrung der Emilia-Romagna etwas über die Einrichtung eines physischen Inkubators lernen. Verdiana Bandini ist die Koordinatorin des KREO, eines Netzwerks, das vier Regionen (Karlsruhe, Rhône-Alpes, Emilia-Romagna und Oxfordshire) zusammenbringt. Es ist vielleicht ein Zeichen für den Erfolg des Projekts, dass alle vier Mitglieder in Stuttgart zu den Preisträgern zählten. Ziel des Netzwerks ist die Bereitstellung eines ständigen Rahmens für Analyse, Austausch und Transfer von erfolgreichen Praktiken, um die Gründung und Weiterentwicklung innovativer Firmen mit besonderem Augenmerk auf den Beziehungen zwischen Forschung und Industrie zu unterstützen. Die Förderung der EU für das Netzwerk soll in einem Jahr eingestellt werden. Derzeit arbeiten die Partner an der Konsolidierung des während des Projekts zusammengetragenen Wissens, um Modelle oder eine Prüfliste zu entwickeln, die sich in anderen Regionen einsetzen lassen. Es wurden Kontakte zwischen den Regionen geknüpft, die nach Ansicht von Frau Bandini das Ende der Projektbezuschussung überdauern werden, obwohl die Partner nicht beabsichtigen, eine neue Unterstützung zu beantragen. "Die Akteure mögen vielleicht voneinander lernen wollen, aber diese unterstützende Arbeit bekommt niemand vergütet", erklärte sie gegenüber CORDIS Nachrichten. Hochrangige regionale Vertreter nahmen in Stuttgart ihre Auszeichnungen entgegen und boten Einblicke in ihre Erfolgsgeschichten. Ein Vertreter des Oberbürgermeisters von Helsinki erklärte: "Wir reden weniger und arbeiten mehr [...]. Auch wenn wir bei der Unternehmensgründung sehr gut sind, wollen wir mehr Wachstum. Wir wollen lernen, Geschäftspläne auszuarbeiten." Damit illustrierte er, dass selbst die erfolgreichsten europäischen Regionen von anderen lernen und besser werden wollen. Die Bürgermeisterin von Oxford erwähnte ihrerseits, dass die Region "sich die Botschaft der Zusammenarbeit mit anderen zu Herzen genommen und sehr erfolgreiche Netzwerke geschaffen hat." Die Region habe auch stark in ihre Wissenschaftsbasis investiert. Vorher an diesem Tag hatte Rezzo Schlauch, parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Beschäftigung, dargelegt, warum die Gastgeberregion Stuttgart zu den innovativsten und wettbewerbsfähigsten Regionen zählt. Stuttgart ist die Heimat der Unternehmen Daimler Chrysler, Bosch und Porsche, die Rezzo Schlauch als "Diamanten der Innovation" bezeichnete. Während der erste Schritt für viele innovationswillige Unternehmen darin besteht, sich um die Unterstützung des staatlichen Sektors zu bemühen, übernimmt nach seinen Worten in Stuttgart der Geschäftssinn das Ruder.
Länder
Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Vereinigtes Königreich