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EU finanziert Forschung zum Einfluss von Bewegung auf den Körper

Die Europäische Kommission stellt 12,7 Millionen Euro für ein Netzwerk europäischer Wissenschaftler bereit, die versuchen, die Beziehung zwischen mangelnder Bewegung und dem Ausbruch von Diabetes sowie die gesundheitlichen Vorteile regelmäßiger Bewegung für Prävention und Beha...

Die Europäische Kommission stellt 12,7 Millionen Euro für ein Netzwerk europäischer Wissenschaftler bereit, die versuchen, die Beziehung zwischen mangelnder Bewegung und dem Ausbruch von Diabetes sowie die gesundheitlichen Vorteile regelmäßiger Bewegung für Prävention und Behandlung zu verstehen. Ziel des Projekts EXGENESIS ist es, die EU und die übrige Welt beim Kampf gegen die Epidemie der Fettleibigkeit sowie die damit verbundene Krankheit Typ II-Diabetes zu unterstützen. Zudem hofft man, mit dem Projekt zur Senkung des Herzerkrankungs- und Schlaganfallrisikos beitragen zu können. Sofern nicht schnell geeignete Maßnahmen ergriffen werden, ist eine Überbelastung der europäischen Gesundheitssysteme durch die Kosten für die Behandlung dieser Erkrankungen sowie verbundener Probleme (Nieren- und Herzerkrankungen sowie Blindheit) unausweichlich. Das Projekt wird unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) finanziert und vereint 26 Forschungslaboratorien aus 13 europäischen Ländern, die über Fachkenntnisse in den unterschiedlichsten Bereichen, von Proteinen bis hin zu Bewegungsprogrammen, aus großen bevölkerungsbasierten Studien verfügen. Die Universität Nottingham, Großbritannien, erklärt, dass es zwar genetische Faktoren gebe, die das Risiko, Fettleibigkeit und Typ II-Diabetes zu entwickeln, erhöhen, dass jedoch der rapide Anstieg in den vergangenen 20 Jahren wahrscheinlich auf Umweltfaktoren wie z.B. den stärkeren Konsum von verarbeiteter Nahrung oder Fast Food und eine Abnahme der Bewegung im täglichen Leben zurückzuführen sei. 'Ziel des EXGENESIS-Forschungsprojekts ist die Verbesserung unseres Verständnisses der zugrundeliegenden und durch entsprechende Ernährung und Bewegung behandelbaren Mechanismen, um bessere Bewegungs- und Ernährungspläne zu erarbeiten und möglicherweise neue Arzneimitteltargets zu entwickeln, die den Menschen zu einem gesünderen Lebensstil verhelfen könnten', erklärt die Universität Nottingham. Das Forschungsteam an der Universität Nottingham wird unter der Leitung von Michael Rennie untersuchen, ob Bewegung dazu beiträgt, die schädlichen Auswirkungen von Nahrungsfett auf die Fähigkeit der Muskeln, Glukose zu verarbeiten, abzuschwächen. Professor Rennie erklärt, dass die Kombination aus fettreicher Ernährung und unregelmäßiger Bewegung wahrscheinlich zu Veränderungen in der Art und Weise führt, in der Fett im Muskel verbrannt wird. Dies wiederum bewirkt die Bildung einiger Fettprodukte, die die Wirkung des Hormons Insulin mindern, welches bei der Speicherung von Glukose im Muskel hilft. 'Bewegung hat als Arzneimittel ein größeres Potential, als vielen Menschen bewusst ist', fügt David Carling vom Medical Research Council (MRC) Clinical Sciences Centre in London hinzu. Professor Carling und sein Team werden Forschungsprojekte zu den Auswirkungen von Bewegung auf molekularer und biochemischer Ebene durchführen. 'In der Zukunft könnte unsere Forschungsarbeit gemeinsam mit der unserer Kollegen aus ganz Europa den Menschen helfen, auf informierte Weise eine gesunde Ernährung und einen gesunden Lebensstil zu wählen', erklärt Professor Carling. 'Es wäre großartig, wenn diese Arbeit die Grundlage für eine Zukunft bilden würde, in der individuell angepasste Bewegungspläne verordnet werden könnten. Vielleicht wird eine Zeit kommen, in der diese individuell so zugeschnitten werden können, dass sie zu den jeweiligen Erbanlagen passen, zu der individuellen molekularen Reaktion auf Bewegung und zur Krankheitsanfälligkeit', fügt er hinzu. Manchmal reicht Bewegung jedoch nicht aus, um die Auswirkungen von Krankheiten zu bekämpfen oder aufzuheben. Daher werden Arzneimittel benötigt, um mit derartigen Problemen umzugehen. 'Dieses Projekt wird auch helfen, neue Proteine zu identifizieren, die als Arzneimitteltargets genutzt werden können und dort wirken, wo Ernährungs- und Bewegungspläne versagt haben. Insgesamt werden die Informationen aus diesem großen Projekt den Beschäftigten im Gesundheitswesen einen ganzheitlicheren Ansatz bei einigen der häufigsten und potentiell lebensbedrohlichen Krankheiten ermöglichen', schließt Professor Carling.

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