Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Indonesien hofft auf internationale Zusammenarbeit im Weltraum

Während der europäischen Erde- und Weltraumwoche hat man sich stark damit befasst, was Europa tun kann, um Naturkatastrophen, unter denen die Entwicklungsländer unverhältnismäßig stark zu leiden haben, abzumildern und bei deren Management zu helfen. Aber woran denken die Ent...

Während der europäischen Erde- und Weltraumwoche hat man sich stark damit befasst, was Europa tun kann, um Naturkatastrophen, unter denen die Entwicklungsländer unverhältnismäßig stark zu leiden haben, abzumildern und bei deren Management zu helfen. Aber woran denken die Entwicklungsländer hier selbst? Diese Frage stellte CORDIS Nachrichten Dr. Kusmayanto Kadiman, dem indonesischen Minister für Forschung und Technologie, der an einer Konferenz mit dem Titel "Durch Kooperation gewinnen: internationale Konferenz zur Zusammenarbeit im Weltraum" am 17. Februar in Brüssel, Belgien, teilnahm. Laut Dr. Kadiman verfügt Indonesien nicht über eigene Weltraumkapazitäten und könnte in zweierlei Hinsicht von einer internationalen Zusammenarbeit im Weltraum und insbesondere von der Erdbeobachtung profitieren. Zunächst haben sich die aus dem All aufgenommenen Bilder in den vergangenen Monaten für humanitäre Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau als von unschätzbarem Wert erwiesen. Zweitens hofft Dr. Kadiman, dass die Weltraumtechnologie Indonesien dabei helfen kann, die Wahrscheinlichkeit für den Bedarf einer solchen Unterstützung in Zukunft zu senken, indem sie Frühwarnungen vor drohenden Katastrophen ermöglicht. Kadiman gegenüber CORDIS Nachrichten: "Die Augen der Satelliten können uns viel bessere Daten - beispielsweise über El Niño - liefern. Wir müssen vorhersagen, wann etwas geschieht, welche Gegenden betroffen sind und wie lange die Situation dauern wird. Dadurch können wir Vieh und Getreide retten." Zusammenarbeit im Bereich Weltraum ist etwas, womit sich Indonesien vor dem schrecklichen Tsunami, der am 26. Dezember Asien und Afrika schwer getroffen hat, nicht befasst hat, und es ist auch etwas, das Dr. Kadiman zuvor, wie er CORDIS Nachrichten sagte, nicht für möglich gehalten hatte: "Ich hätte nie gedacht, dass so viele Länder zusammenarbeiten würden. Und heute haben wir eine Plattform und arbeiten aus humanitären Gründen zusammen." Indonesien verwendet derzeit mit Hilfe von Satelliten erstellte Karten, um die neuen Grenzen der Gegenden festzustellen, die vom Tsunami heimgesucht wurden, und um die besten Routen für den Straßentransport und den Wiederaufbau der Stromnetze auszumachen. Dr. Kadiman ist pragmatisch, wenn es um die Entwicklung der eigenen Weltraumkapazitäten Indonesiens geht: "Alle wollen es, aber warum brauchen es alle, wenn wir Dinge gemeinsam nutzen können? Ein Instrument ist nicht nur für ein Land da." Gemäß dieser Denkweise hat Indonesien vor kurzem die Schaffung eines "Netzwerks der Netze" vorgeschlagen, um den Datenaustausch zu erleichtern. Doch Indonesien wird sich nicht einfach zurücklehnen und die Früchte der Zusammenarbeit ernten. Dr. Kadiman will, dass sein Land eine aktive Rolle in jeglicher Zusammenarbeit spielt, und er erklärt, dass es in Indonesien viele Wissenschaftler gibt, die zu den internationalen Bemühungen beitragen können. Eine vor kurzem besiegelte Partnerschaft mit Deutschland gibt Indonesien erstmals die Möglichkeit, mit europäischen Partnern im Bereich der Katastrophenmilderung zu arbeiten. Dr. Kadiman erklärt, dass Deutschland die Geräte und Indonesien die Humanressourcen beisteuern wird.