Japan widersetzt sich EU-Druck
Japan hat angekündigt, sich auch weiterhin um den Standort des ITER (internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor) zu bemühen, obwohl die EU gewarnt hatte, sie werde nicht über Juni hinaus auf eine Entscheidung warten. Am 7. März erklärte der amtierende Vorsitzende des Rates "Wettbewerbsfähigkeit", der luxemburgische Forschungsminister Francois Biltgen: "Im November 2004 hat (der Rat) eine Grundsatzentscheidung getroffen und einen Zeitplan verabschiedet, demzufolge noch vor Ende dieses Jahres mit dem Bau des ITER begonnen werden soll." Biltgen weiter: "Wenn wir möchten, dass dies tatsächlich geschieht, dann muss während der luxemburgischen Ratspräsidentschaft eine endgültige Entscheidung getroffen werden." Die EU-Ratspräsidentschaft geht am 1. Juli von Luxemburg an das VK über. EU-Forschungskommissar Janez Potocnik unterstützte Biltgen: "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im Laufe dieses Jahres am Standort Cadarache mit dem Bau des Reaktors beginnen wollen. Angesichts der Tatsache, dass wir ein halbes Jahr brauchen, um den Baubeginn vorzubereiten, müssen wir sehr bald eine Lösung finden." Japans Standpunkt scheint jedoch unverändert zu sein. Wie verlautet hat Takahiro Hayashi, Vizedirektor des japanischen Büros für Fusionsenergie, auf die EU-Kommentare mit den Worten reagiert: "Unser Standpunkt ist unverändert. Wir haben die technische Diskussion auf der Arbeitsebene weitergeführt und sind der Ansicht, dass der japanische Vorschlag besser ist als der EU-Vorschlag." Darüber hinaus soll Hayashi hinzugefügt haben, er habe keine offizielle Nachricht über einen neuen Termin für eine Entscheidung erhalten. "Wir wissen, dass darüber gesprochen wird, das Thema zur Entscheidungsfindung auf die politische Ebene zu bringen. Wir denken jedoch, dass dies verfrüht ist", schloss er.